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Trotz klirrender Kälte waren die Jugendlichen bei den Dreharbeiten in Maulbronn und Knittlingen mit vollem Einsatz dabei. Foto: Privat
Trotz klirrender Kälte waren die Jugendlichen bei den Dreharbeiten in Maulbronn und Knittlingen mit vollem Einsatz dabei. Foto: Privat
12.01.2017

Ein Jahr Vorbereitung auf Filmprojekt

Knittlingen. Schüler der Dr.-Johannes-Faust-Schule Knittlingen haben im Dezember des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit dem Faust-Museum und TV-BW Medienproduktionen einen Film über die Lebensstationen des historischen Johann Georg Faust gedreht (PZ berichtete). Ein halbes Jahr lang hatten sich alle im Rahmen eines Projektes, das von der Jakob-und-Rosa-Esslinger-Stiftung und dem PZ-Medienhaus gefördert wurde, vorbereitet. Die Szenen des zwölfminütigen Films wurden von Projektbetreuerin Berit Bräuer geschrieben. Doch was passierte eigentlich hinter den Kulissen?

„Alles sollte möglichst echt aussehen und die Schüler legten viel Wert auf Genauigkeit“, berichtet Berit Bräuer. Entsprechend wurde die von Schülerin Emily nachgebaute Ecke des Alchemistenschrankes aus dem Faust-Museum bewundert oder die von Berit Bräuer als Abtstab drapierte Gardinenstange. Als das Team von TV-BW um Stefanie Reinhardt und Okan Güldal erschien, war die Aufregung groß. Obwohl alle gut vorbereitet waren, hatte Andrea die Befürchtung, sie könnte den Text vergessen. „Was machen wir denn dann?“, fragte sie besorgt. Berit Bräuer beruhigte: „Dann tut ihr einfach so, als wenn das so sein muss. Das fällt am wenigsten auf.“ Die Befürchtungen waren schließlich vergebens. Reinhardt und Güldal führten die Schüler mit viel Ruhe und Besonnenheit an die Szenen heran. Obwohl manche Einstellungen bis zu zehnmal und mehr aufgenommen werden mussten, blieben alle aufmerksam. Kleine Versprecher, von denen es nur sehr wenige gab, lockerten die Atmosphäre auf. Einige Jungschauspieler kamen sogar mit einer Erkältung zum Drehbeginn. „Ich bin Abt Trithemius“, krächzte zum Beispiel Roman. Die Stimme gab nicht mehr viel her – und doch war sein Eifer ungebrochen. „Sie glauben gar nicht, was wir für ein Wochenende hinter uns haben“, erzählte seine Mutter später. „Es gab Salbeitee und Halswickel, damit er spielen konnte.“ Herrschten bei der Generalprobe noch Plusgrade, lagen sie bei den Dreharbeiten im Minusbereich. Marktfrau Chanel hatte Schwierigkeiten, das Geld von Schülerin Jana in Empfang zu nehmen. Die Hände waren so kalt, dass die Münzen immer wieder auf den Tisch fielen.

Lebendiges Bild

Am Nachmittag kamen einige Lehrer und Eltern hinzu und wirkten unterstützend als Marktvolk mit. Das vervollständigte das lebendige Bild eines historischen Marktes, den die Schüler mit Requisiten der Laienspielgruppe „Laterna Mystica“ aufgebaut hatten. Gaby Leger, Mitglied bei „Laterna Mystica“ schminkte die Schüler. Nia, die Bäuerin, wurde an Gesicht, Hals und Händen schwarz-braun tuschiert und sah nun aus, als würde sie gerade vom Feld kommen. Kurz wurde überlegt: Gab es im Mittelalter Hunde? Natürlich gab es die und prompt wurde entschieden, dass Milli mit ins Bild muss. Die Hündin fand die Idee auch gut und während sie sich den Markt erschnüffelte, wedelte sie mit ihrem Schwanz immer wieder in die Kamera. pm