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Auch zu Fuß ist der Radfahrerverein „Wanderlust“ Wimsheim gut und sportlich unterwegs.  Foto: Radfahrerverein 
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In der Mönsheimer Straße vor dem ehemaligen Kaufhaus Beilharz: Laut Verein müsse es sich dabei um die Fahnenweihe der Vereinsfahne gehandelt haben.  Foto: Radfahrerverein 
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In früheren Jahren sitzt beim Radballspiel das Schiedsgericht noch mit im Feld, da sonst kein Platz in der Halle war. Die Bühne war damals noch nicht angebaut.  Foto: Radfahrerverein 

Ein Jahrhundert Wanderlust: Radfahrerverein aus Wimsheim feiert 100-jähriges Bestehen

Wimsheim. Der Radfahrerverein „Wanderlust“ Wimsheim, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, ist in der Heckengäu-Gemeinde längst eine Institution und aus dem Vereins- und Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken.

„Der Verein wurde 1921 gegründet, weil damals der Turn- und Sportverein nicht bereit war eine zusätzliche Radballabteilung aufzunehmen“, weiß der heutige Vorsitzende Heiko Mayer des Radfahrervereins „Wanderlust“ Wimsheim. Hätten zu jenem Zeitpunkt die Verantwortlichen geahnt, welch sportliches Potenzial im künftigen Verein stecken wird, wäre die Entscheidung vermutlich anders ausgefallen. Denn bereits 1975 wurde der Vierer-Einrad-Reigen deutscher Jugendmeister in Wolfsburg. 1987 holte die Vierer-Einrad-Damenmannschaft gar den deutschen Meistertitel. Und mit PZ-Redakteur Sven Bernhagen und Heiko Lauser schafften es zwei Wimsheimer 2008 mit Radball gar in die zweite Bundesliga. Auch ist der Verein immer wieder Ausrichter der Kreismeisterschaft im Kunstradfahren des Bezirks Schönbuch-Würm.

Auch Tanzveranstaltungen

Doch nicht nur sportlich feiert der Radfahrerverein bis heute auf unterschiedlichen Ebenen und Disziplinen Erfolge, auch gesellschaftlich ist dieser ein Rückgrat der Gemeinde. Legendär ist beim Wimsheimer Straßenfest längst die kulinarische Vereinsspezialität „Rollbraten mit Kartoffelsalat“. Aber auch mit gut besuchten Tanzveranstaltungen in den 1960er- und 70er-Jahren, Radwandertagen und dem Kinderfasching machte sich der Verein einen Namen in der gesamten Region. Sicherlich mit ein Verdienst des früheren Vorsitzenden Christian Jenter, der 1985 als erster Bürger Wimsheims von Baden-Württemberg für seine Verdienste um den Radfahrerverein die Landesehrennadel erhielt. 1992 verstirbt Jentner unerwartet. Ein Jahr später benennt der Verein ihm zu Ehren die Festwiese in „Christian-Jentner-Platz“ um.

In seine Fußstapfen tritt nicht weniger engagiert der damalige stellvertretende Vorsitzende Peter Mayer, der die Geschicke über Jahre mit viel Herzblut und Engagement als Vorsitzender weiterführt. Als Peter Mayer 2016 stirbt, übernimmt sein Sohn Heiko Mayer das Vereinsruder und tritt in die Fußstapfen seines Vaters.

Wer die Chronik des Radfahrervereins „Wanderlust“ Wimsheim durchforstet, der stößt seit 1949 immer wieder auf große Bautätigkeiten und Sanierungen. Bereits Ende der 1940er-Jahre wird das vereinseigene Podium in Eigeninitiative in einer Größe von zehn mal zwölf Metern umgebaut.

Das Bauholz dazu stellt damals die Gemeinde Wimsheim kostenlos zur Verfügung. An der neuen Halle sind die Seitenteile herausnehmbar, damit bei radsportlichen Veranstaltungen auch das Publikum die Möglichkeit zum Zuschauen hat. Immer wieder wird die Halle verlängert und erweitert.

Gut besuchte Tanzveranstaltungen erfordern ebenso eine größere und modernere Toilettenanlage. In diesem Zusammenhang erfolgt auch ein seitlicher Anbau für eine Kegelbahn, die in diesem Jahr 50 Jahre alt ist.

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In der Mönsheimer Straße vor dem ehemaligen Kaufhaus Beilharz: Laut Verein müsse es sich dabei um die Fahnenweihe der Vereinsfahne gehandelt haben. Foto: Radfahrerverein