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Gegenstände aus Kenia brachten Missionare beim Nußbaumer Missionsfest vor neun Jahren mit, die unter den Besuchern rege Beachtung fanden. Foto: Dietrich
Gegenstände aus Kenia brachten Missionare beim Nußbaumer Missionsfest vor neun Jahren mit, die unter den Besuchern rege Beachtung fanden. Foto: Dietrich
17.05.2017

Ein Kirchenfest mit Tradition: 150 Jahre Nußbaumer Missionsfest wird am Sonntag gefeiert

In dankbarer Erinnerung für die Bewahrung vor einem schweren Unwetter am 13. Mai 1827 wurde 40 Jahre später in Nußbaum durch den legendärsten Pfarrer von Nußbaum und Sprantal, August Wilhelm Ludwig, ein Heidenmissionsfest eingeführt, mit dem Gelübde, dieses einmal jährlich zu begehen. Am Sonntag, 21. Mai, wird es 150 Jahre alt.

Zu Gast waren bisher Missionare verschiedener Missionswerke, vor allem der Basler Mission und der Deutschen Missionsgemeinschaft Buchenauer Hof bei Sinsheim oder von den Christusträgern aus Bensheim.

Bei dem sogenannten Steiner Wassertag wurde vor nunmehr 190 Jahren der Nußbaumer Nachbarort schwer verwüstet. Bei diesem Unwetter mit Wolkenbruch und Hagel in Hühnereigröße ertranken zehn Menschen in dem 14 Schuh (2,40 Meter) hohen, durch den Ort strömenden Wasser. Eine ganze Mühle und zehn Häuser verschwanden spurlos. 233 Stück Vieh: Rinder, Pferde, Fohlen, Schweine, Schafe und Ziegen sowie viel Kleinvieh und Geflügel gingen verloren. Es wurden auch die ganzen Felder verwüstet.

Seit 1867 findet jährlich das Missionsfest in Nußbaum statt. Als während des Missionsfestes 1977 über Nußbaum ein Gewitter niederging, erinnerte der damalige Pfarrer Otto Doll (der von 1945 bis 1978 in Nußbaum und Sprantal wirkte) an den Steiner Wassertag.

Im Laufe der Jahre hatte das Interesse am Besuch des Missionsfestes stark nachgelassen. Daher gab es bereits Ende der 1980er-Jahre unter dem damaligen Pfarrer Ulrich Kahleyss (1940 bis 2003) eine Umfrage über den Fortbestand des Missionsfestes. Nachdem sich damals 50 Prozent dafür entschieden haben, wurde es beibehalten. Wegen der schwierigen Überbrückung des Gottesdienstes am Vormittag und der traditionellen Veranstaltung am Nachmittag (das ursprüngliche Missionsfest) hat man diese jedoch inzwischen abgeschafft und an den Gottesdienst angehängt. Somit gibt es das klassische Missionsfest nicht mehr, das schon lange am Sonntag Rogate („Betet“) begangen wird.

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