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Helene und Victoria Bögner (vorne von links) erkunden zusammen mit den ehrenamtlichen Helferinnen Sigrid Baumgärtner, Gabriele Gössele und Edelgard Gressert-Seidler (von links) den Barfußpfad.  Fuchs
Helene und Victoria Bögner (vorne von links) erkunden zusammen mit den ehrenamtlichen Helferinnen Sigrid Baumgärtner, Gabriele Gössele und Edelgard Gressert-Seidler (von links) den Barfußpfad. Fuchs
10.09.2015

Ein Parcours für die Sinne in den Enzgärten

Drei Frauen sitzen auf einer Bank am Dammweg auf der Dürrmenzer Seite der Gartenschau und blicken auf ihr Werk – den Sinnesparcours.

Heute ist ein perfekter Tag, um ihn auszuprobieren. Ein Mann erkundet die mit Wasser gefüllte Klangschale, Kinder tapsen leichtfüßig und ohne Schuhe über einen mit Steinen aufgefüllten Abschnitt. Die drei Frauen Sigrid Baumgärtner, Gabriele Gössele und Edelgard Gressert-Seidler sind fast jeden Tag da. Allerdings nicht, um es den Kindern und jungen Familien gleich zu tun, sondern um die große Fläche des Sinnesparcours sauber zu halten. Der beinhaltet nicht nur den Abschnitt des Barfußpfades. Gesäumt wird er von allerlei duftenden Kräutern und blühenden Blumen, einer Klangschale und einem großen Summstein, in desen Mulde an diesem Tag gleich mehrere Besucher den Kopf stecken, um zu erfahren, wie das eigene Summen, durch den Stein um ein vielfaches verstärkt, den ganzen Körper zum Schwingen bringt.

Was den Gartenschau-Besuchern verborgen bleibt: Jeden Morgen, bevor sich die Tore zu den Enzgärten öffnen, oder spät am Abend, sind hier fünf Helfer an der Arbeit, die verstreutes Barfußpfad-Gut wieder zurück an den richtigen Ort bringen, das Wasser in der Klangschale erneuern und Müll oder Katzenkot vom Pfad entfernen. Sich hier zu engagieren war für die drei Frauen bereits selbstverständlich als klar wurde, dass Mühlacker eine Gartenschau bekommen sollte. Unter dem Überbegriff „Kunst mit Kindern“ war schließlich die Idee eines Sinnenspfads entstanden. Bei diesem handelt es sich, wie bei so vielen anderen Enzgärten-Projekten auch, um ein von Bürgern gestemmtes. Das Material stellte die Stadt, der Kreis um Baumgärtner übernahm zum Großteil auch die Gestaltung. „Es muss auch einmal erwähnt werden, dass das Mitwirken der Bürger für die Stadt nicht immer einfach war“, so Baumgärtner. Jeder wollte seine Ideen ja auch durchsetzen, so dass die Stadt viele Kompromisse einzugehen hatte. Wie es mit dem Barfußpfad nach dem 13. September weitergeht, ist noch unklar. Bleiben soll er zwar, aber die vielen säumenden Blumenbeete könnten in ihrer umfangreichen Pracht wahrscheinlich nicht erhalten werden, spekuliert Gabriele Gössele.