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Hohe Ehrung für Pastor Gottlob Ling (rechts) und seine Frau Friedhilde. Landrat Karl Röckinger übergab das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Pastor Gottlob Ling © Martin Schott
09.03.2008

"Ein imposantes Lebenswerk"

MAULBRONN/ENZKREIS. Pastor Gottlob Ling, Gründer und Vorsitzender des „Sozialwerks der Volksmission“, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. „Sie können auf ein imponierendes Lebenswerk im Dienste Gottes und der Menschen zurückblicken“, erklärte Landrat Karl Röckinger, der den Orden im Namen des Bundespräsidenten überbrachte.

Der Abt-Entenfuß-Saal im Kloster Maulbronn, wo die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde übergeben wurde, war bis zum letzten Platz gefüllt. „Die große Anzahl von Gästen darf als eindrucksvoller Beweis der Wertschätzung Ihrer Persönlichkeit und Ihrer großen ehrenamtlichen Leistung gewertet werden“, so Röckinger an die Adresse Lings. Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum und die Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Rülke und Thomas Knapp zählten zu den ersten Gratulanten.

Seit seiner Gründung 1979 steht Gottlob Ling dem „Sozialwerk der Volksmission“ vor. Die Einrichtung betreibt das Seniorenzentrum „Bethesda“ in Bauschlott sowie die Seniorenhäuser „Tabor“ in Maulbronn, „Bethanien“ in Kieselbronn und „Salem“ in Ispringen. „Jedes dieser Häuser, die sich der Pflege alter und kranker Menschen widmen, hätte es ohne das Engagement von Pastor Gottlob Ling nicht gegegen“, erklärte Karl Röckinger in seiner Laudatio. Fast drei Jahrzehnte schon begleitet der Landrat das Wirken Lings, dessen vielfältige Pläne seit dem ersten Bauantrag für ein Seniorenheim im Jahre 1980 „den ehemaligen Sozialdezernenten immer wieder gefordert haben“. „Aber wer kann Ihnen schon widerstehen, haben Sie doch den Herrgott als Stütze“, so Röckinger.

Den Vorsitz des Sozialwerkes werde Ling im Juni dieses Jahres zwar in jüngere Hände legen. Bis dahin arbeite er jedoch unermüdlich an der Verwirklichung eines weiteren Seniorenheims in Knittlingen. Die ebenfalls von Ling gegründete „Baugenossenschaft Eden“ hat sich zum Ziel gesetzt, in Bauschlott eine seniorengerecht konzipierte Siedlung kleiner Miet-Wohnhäuser zu errichten, führte Röckinger aus. In den von Gottlob Ling ins Leben gerufenen Einrichtungen arbeiten mehr als 500 Mitarbeiter für die Pflege und Betreuung von ebenso vielen älteren Menschen.

Auf Ausstrahlung und Überzeugungskraft von Gottlob Lings verwiesen sämtliche Redner. Maulbronns Bürgermeister Andreas Felchle bemerkte: „In Gottlob Ling wohnt die Stärke eines Menschen, der sein Leben ganz auf Gott aufgebaut hat.“ Pastor Ling sei es gelungen, auf dem Weg zu seinen Zielen viele Menschen zu begeistern und mitzunehmen. Er freue sich, dass Gottlob Ling und seine Frau Friedhilde im Jahr 2000 Maulbronn zu ihrem Wohnort gewählt hätten, so Fechle.

Als „mutig, entschlossen, fair, echt und überzeugend“, charakterisierte Pastor Bernd Krebs seinen Vorgänger als Leiter der Pforzheimer Volksmission. Bis heute sei es bemerkenswert, wie Gottlob Ling über die Generationengrenzen hinweg gerade auch junge Menschen anziehe und begeistere. „Vielen Dank für die gute pastorale und väterliche Begleitung in Wort und Tat“, so Krebs an Gottlob Ling.

Ling ist ebenso Vorsitzender eines Sozialwerkes der Volksmission im hessischen Harreshausen. Geschäftsführer Tom Best arbeitete Lings Fähigkeit heraus, andere zu leiten. „Auch das Leiten ist eine Gabe Gottes“, so Best. „Gottlob Ling ist ein Steuermann, der das Schiff seiner Gemeinde mit ruhiger, sicherer Hand durch die Zeit ins Ziel führt.“Den hohen Anteil von Friedhilde Ling am engagierten Wirken ihres Mannes unterstrichen alle Redner.

In seiner Erwiderung betonte Gottlob Ling die enge Verknüpfung zwischen christlichem Verkündigungsgebot und dem Auftrag zu sozialem Handeln. Hinter allem jedoch stehe Gott als tragender Grund: „Der Mensch braucht nicht nur Werte, sondern Gott, weil er Werte sonst nicht dauerhaft leben kann.“ Die Feierstunde im Abt-Entenfuß-Saal des Maulbronner Klosters wurde von Sofja Rajtschik am Piano mit Stücken von Johann Sebastian Bach und Franz Liszt begleitet.

Pastor Gottlob Ling – Ein kurzes PortraitGottlob Ling wurde am 18. Juni 1932 als Ältester von neun Geschwistern im Schwarzwaldort Baiersbronn-Tonbach geboren. Eine pfingstkirchliche Evangelisation brachte für den 17-Jährigen die Lebenswende. Ling besuchte nun Bibelschule und theologisches Seminar mit dem Ziel, Pastor zu werden – zunächst sehr zum Kummer des Vaters, eines engagierten Methodisten, der sich die Nachfolge des Sohnes in Forst und Familienhotel (das spätere „Café Ling“ in Tonbach) erhofft hatte. Lings Weg führte in die „Volksmission entschiedener Christen“, eine evangelische Freikirche, die heute rund 6.000 Mitglieder zählt. 1960 wurde er Pastor in Pforzheim; im gleichen Jahr heiratete er seine Frau Friedhilde, mit der er fünf Kinder hat. 1978 bis 1996 war Ling Vorsitzender der Volksmission, deren Beitritt zum „Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden“ er 1988 herbeiführte. 1969 gründete er die „Traktatmission für deutschsprachige Länder“, aus der mittlerweile der „Missionsverlag Gottlob Ling“ hervorgegangen ist, der Bücher und Lehrmaterial für Gemeinden produziert. Seit 1970 steht Ling dem „Christlichen Sozialwerk Harreshausen“ vor, seit 1979 dem „Sozialwerk der Volksmission“ in Bauschlott. Seit 2005 ist Gottlob Ling ehrenamtlicher Aufsichtsratsvorsitzender der von ihm gegründeten Baugenossenschaft „Eden“.