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Zum Teil golfballgroße Hagelkörner gingen in Baden-Württemberg nieder. Foto:dpa
Zum Teil golfballgroße Hagelkörner gingen in Baden-Württemberg nieder. Foto:dpa
22.08.2013

Eine Million Euro Schaden bei Landwirtschaft durch Hagel

Enzkreis. Kurz nach Beginn der Schulferien musste die regionale Landwirtschaft gleich zwei schwere Hagelstürme verkraften. Laut dem Enzkreisabgeordneten und FDP-Fraktionsvorsitzenden im Landtag von Baden-Württemberg Dr. Hans-Ulrich Rülke bewegen sich die Schäden auf den Feldern im Enzkreis und im Stadtkreis Pforzheim auf eine Summe von etwa einer Million Euro.

Schwere Hagelschäden in Würm und Hohenwart

Rülke beruft sich dabei auf die Antwort des Ministers für den Ländlichen Raum Alexander Bonde (Grüne) auf eine Kleine Anfrage des FDP-Politikers. Nach groben Hochrechnungen des Ministeriums sind auf Getreidefeldern Schäden in Höhe etwa 310.000 Euro entstanden, weitere Schäden in Höhe von 230.000 Euro auf Rapsfeldern und in Höhe von 240.000 Euro auf Maisflächen. Weitere Schäden an anderen Ackerkulturen sowie an Obst und Gemüse seien nicht abzuschätzen. Besonders hart habe der Hagel den Winterraps getroffen, da dieser kurz vor der Ernte stand. Beim Raps sei deshalb von durchschnittlichen Ertragsschäden von 80 Prozent auszugehen. Beim Getreide liegen die durchschnittlichen Ertragsschäden hingegen nur bei 20 Prozent, wobei die Schäden von Betrieb zu Betrieb stark variieren.

Das erste Hagelereignis am Freitag, 26. Juli, betraf die Gemeinden Neuhausen, Tiefenbronn, Friolzheim, Wimsheim, Wiernsheim, Wurmberg, Niefern-Öschelbronn und die Stadt Mühlacker sowie insbesondere deren Stadtteile Dürrmenz und Lomersheim. Am Sonntag, 28. Juli, waren abermals Neuhausen, Wurmberg und Friolzheim betroffen. Nach Rückfragen bei Landwirten der Region geht das Land davon aus, dass fast alle haupterwerblichen Landwirtschaftsbetriebe Hagelversicherungen abgeschlossen haben und etwa 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen versichert sind.

Auf Rülkes Frage, was die Landesregierung tue, um die geschädigten Landwirte zu unterstützen, teilte Bonde mit, dass das Land die Finanzämter am 8. August angewiesen habe, den Geschädigten durch steuerliche Hilfsmaßnahmen entgegen zu kommen. Möglich seien zum Beispiel eine erleichterte zinslose Stundung von bereits fälligen Steuerforderungen, die Anpassung von Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer oder in bestimmten Fällen auch ein Vollstreckungsaufschub ohne Säumniszuschläge. Zudem bestünden gemäß § 13a EStG im Falle von landwirtschaftlichen Ertragsausfällen verschiedene Abschreibungsmöglichkeiten. Darüber habe die Landwirtschaftliche Rentenbank ihr Liquiditätshilfeprogramm für landwirtschaftliche Unternehmen geöffnet, die durch die schweren Unwetter in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.