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Rockmusik der besonderen Art sind das Markenzeichen der Gebrüder Röhrich. Die Band gibt am Samstag, 9. Januar, ihr Abschlusskonzert. Foto: privat
Rockmusik der besonderen Art sind das Markenzeichen der Gebrüder Röhrich. Die Band gibt am Samstag, 9. Januar, ihr Abschlusskonzert. Foto: privat
04.01.2016

Eine letzte Zugabe von den Gebrüdern Röhrich

Engelsbrand. Nach 25 Jahren beenden die Gebrüder Röhrich ihre Bandgeschichte. Die Musiker aus Engelsbrand sehen einen Wandel in der regionalen Musikszene.

Ohne Netz, doppelten Boden und definitiv ohne Comeback-Option – so kündigen die Gebrüder Röhrich ihr Abschlusskonzert am Samstag, 9. Januar, an. „Es ist dann einfach mal gut“, sagt Schlagzeuger Andreas Hohl über das Ende, das sich er, Carlo Burkhardt, Guido Willwerth und Roland Meissner für ihre Band gesetzt haben. „Es schmerzt auch. Aber nach 25 Jahren und mehr als 150 Auftritten auf den Bühnen dieser Welt ist endgültig Schluss.“ Ein Grund fürs Aufhören sieht die Band in einem Wandel der regionalen Musikszene. „Es wird immer schwerer, in Kneipen Auftritte zu bekommen. Die Jungen gehen lieber zu Partys mit DJs und die Älteren kommen immer weniger“, sagt der Engelsbrander Musiker. Auch seien die Gema-Gebühren so teuer, „da muss ein Wirt viel Bier verkaufen, um eine Band bei sich spielen zu lassen.“

Würde Livemusik gespielt, seien dies oft sogenannte Tribute-Bands, also Kombos, die sich einer Richtung, einer berühmten Gruppe verschrieben haben. „Da bekommt das Publikum zwei Stunden Genesis oder Joe Cocker oder Ähnliches. Da passen wir mit unserem Konzept nicht rein“, sagt Hohl. Das Repertoire der Gebrüder Röhrich bietet Rockklassiker mit neuem Text auf Deutsch. So wurde bei ihnen aus „Blinded by the Light“ (Manfred Mann’s Earth Band) der Titel „Diät“, auf die Melodie von „I Can’t Fight This Feeling“ (R.E.O. Speedwagon) texten die Musiker das „Wanderlied“ und um Mobbing geht es bei der Version des Queen-Songs „Bohemian Rhapsody“. Verantwortlich für die Texte war Carlo Burkhardt. Die Ideen kamen ihm meist bei einer Zugfahrt — von Heiterem über gesellschaftskritische Zeilen bis hin zur Beschreibung alltäglicher Situationen. Die neuen Lieder wurden dann in den wöchentlichen Proben einstudiert und dem großen Publikum, wie beim Pforzheimer Marktplatzfest oder dem Bahnhofstraßenfest, präsentiert.

Und wie das Abschlusskonzert der Band sein wird? Da soll es keine Reden, keine besonderen Extras geben. „Nur ein guter letzter Auftritt.“