760_0900_120610_Moen_Feuerwehrgeraetehaus_k.jpg
Die Sanierung der Feuerwache selbst ist dringend. Dafür muss der Umbau des Obergeschosses warten.  Foto: Tilo Keller 

Einnahmen brechen weg: Mönsheim konzentriert sich aufs Nötigste in der Krise

Mönsheim. Finanzsorgen durch Corona: „Was wir jetzt erleben, dagegen war die Finanzkrise Kinderkram“, so Mönsheims Bürgermeister Thomas Fritsch bei der Finanzsondersitzung des Gemeinderats. Das Gremium hat sich mit Maßnahmen für das kommende Jahr und für die folgenden Jahre befasst und sich über verschiebbare Maßnahmen abgestimmt. Die Gemeinde sucht nach Einsparpotenzial.

Laut Kämmerer Andreas Scheytt ist schon jetzt mit 1,18 Millionen Euro weniger zu rechnen als geplant, da Firmen die Steuervorauszahlungen wegen Corona vorsorglich auf Null gesetzt haben. Bürgermeister Fritsch rechnete mit einem Fehlbestand von 3,5 Millionen Euro für den Finanzplanungszeitraum bis zum Jahr 2024. „Die Hoffnung schlummert in uns, dass es Gewerbesteuernachzahlungen geben wird“, sagte er.

Er stellte den Gemeinderaten eine Liste mit Vorhaben vor, die die Verwaltung als eher nicht verschiebbar einschätzt. Dazu gehört die bereits begonnene Sanierung des Feuerwehrmagazins. Geplant ist ein Anbau für Gefahrmittellagerung sowie diverse Umbauten. 2021 sind 504000 Euro eingeplant, im Folgejahr 456000 Euro. 51000 Euro steuert das Land bei. Aus der Finanzplanung herausgenommen wurden dagegen der geplante Umbau des Obergeschosses und die Außenanlagen für rund 671000 Euro. Weitere Maßnahmen, die zurückgestellt wurden, sind die Sanierung der Festhalle, die Außenanlage der Schule und die Vorplanung für das Rückhaltebecken Lerchenhof.

Unumgänglich ist dafür die Ortskernsanierung mit 439000 Euro und jeweils pauschal 200000 Euro für die drei Folgejahre. „Das sind Beiträge, die wir leisten müssen, teilweise gibt es Sanierungsverträge“, so Fritsch. Beim Radwegbau relativieren sich die Kosten von 875000 Euro durch 683000 Euro vom Land. Für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung plant die Gemeinde im nächsten Jahr 200000 Euro ein. Die Renaturierung des Grenzbachs sieht der Bürgermeister als verpflichtend an, da es sich vor allem um eine Ausgleichsmaßnahme für die Maßnahmen am Paulinensee handelt. Fix sind auch Vermögensumlagen für die Zweckverbände, die sich auf 195000 Euro summieren. Für den Erwerb von beweglichen Vermögen werden vorsorglich 110000 Euro eingeplant, weitere Posten sind Kanalsanierung (25000 Euro), Erstellung von Buswartehäuschen (50000), E-Ladestation (15000 Euro) und Grunderwerb (25000 Euro). Unterm Strich summieren sich für das Jahr 2021 die Ausgaben im Investitionsplan auf rund 2,475 Millionen Euro und die Einnahmen auf 983000 Euro. Dafür plant die Gemeinde voraussichtlich eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,475 Millionen Euro.