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Der Takt der Kulturbahn soll in den Augen der Kreisräte verbessert werden. Dafür sind jedoch auch Zuschüsse von Bund und Land nötig.  Foto: PZ-Archiv, Seibel/DPA-Archiv, Schutt 

Einstieg in besseren Nahverkehr für den Kreis Calw: Kreisräte geben Mittel frei

Kreis Calw. Fast schwindlig wurde es den Kreisräten, als sie jetzt im Kreistag Geldbatzen um Geldbatzen für einen besseren Nahverkehr akzeptierten. „Wir brauchen attraktive Tarife für Busse und Bahnen sowie gute Verbindungen“, gab Landrat Helmut Riegger die Marschroute vor.

Mit jährlich knapp 400.000 Euro fördert der Kreis Calw ab dem Schuljahr 2021/22 die neue Scool-Karte – günstig für einheitlich 41 Euro pro Monat können Schüler die ganze Woche von früh bis spät das Netz nutzen. Vorbei ist die Aufteilung in acht Entfernungszonen, wie die PZ bereits berichtete.

Extra-Ticket für Studierende?

„Mit dieser Summe haben wir gehadert“, räumte CDU-Fraktionschef Jürgen Großmann ein. Das sei „jedes Jahr viel Geld“. Und das ist noch nicht alles: Die Freien Wähler schlugen ein billiges Ticket für Studierende in Pforzheim und Tübingen vor, die Grünen regten an, die neue Schülerkarte auch jungen Leuten anzubieten, die ohne Bus oder Bahn zur Schule kommen, aber in der Freizeit auf Linien angewiesen seien.

Ohne happige Investitionen lässt sich auch die Kulturbahn nicht auf Vordermann bringen. Der Kreistag machte sich einstimmig für einen 30-Minutentakt von 5 bis 20 Uhr zwischen Pforzheim und Nagold sowie stündliche Züge bis Tübingen stark. Da hoffen die Kreisräte auf Zuschüsse von Bund und Land. Ohne Beiträge der Kommunen für ihre Haltestellen gehe es jedoch nicht, sagte Michael Stierle, im Landratsamt verantwortlich für den Nahverkehr. Da platzte es aus Volker Schuler, dem Fraktionschef der Freien Wähler, heraus: „Wir sollten jetzt mal alle Projekte sammeln und dann entscheiden, was wir wollen.“ Hintergrund: Mit einem Millionenaufwand baut der Kreis zurzeit bereits die Hermann-Hesse-Bahn von Calw nach Renningen.

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