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Mit Interesse lassen sich die Besucher bei der Spendenübergabe in der Werkstatt die geschaffenen oder im Bau befindlichen Geräte erläutern.  Foto: Schabert 

Elektronik- und Erfinderwerkstatt im Bad Wildbader Jugendhaus erntet Lob und Unterstützung

Bad Wildbad. Wenn Corona es zulässt, öffnet zweimal in der Woche – mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr – die Elektronik- und Erfinderwerkstatt im ersten Stock des Jugendhauses in Bad Wildbad für an Technik interessierte junge Leute vom Grundschul- bis zum Teenageralter. Die jungen Tüftler und ihre ehrenamtlichen Betreuer dürfen sich immer wieder über die Unterstützung aus dem Haus gegenüber freuen: Sind Rat oder Hilfe notwendig, wird diese von der Firma Berthold Technologies gewährt.

Jetzt unterstrichen Produktions- und Logistik-Chef Denis Treiber und der Abteilungsleiter für die mechanische Fertigung, Steffen Vielmeier, die Wertschätzung des Unternehmens für das Angebot von Fachleuten im Ruhestand. Und sie überbrachten eine mit mehr als 3000 Euro zu bewertende Spende von Spezialwerkzeug, kleinen Elektromotoren und Material.

Die Unterstützung nahm Hans Schrafft erfreut an. Zusammen mit Peter Klein und dem „geistigen Vater“ der Elektronik- und Erfinderwerkstatt, Gerhard Seeger, leitet er die jungen Leute an. Für das ehrenamtliche Rentner-Trio wies er darauf hin, dass das Angebot das Schulwissen ergänzt und fortführt. Bei dem Wettbewerb „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ konnten Nachwuchsforscher aus der Bäderstadt schon Auszeichnungen einheimsen.

Vorsprung für Berufseinstieg

Jugendhaus-Leiterin Claudia Berg sagte, dass sie die wegen der Raumgröße auf sieben Bastler und junge Forscher begrenzte Gruppe gerne im Haus habe. Die Stadt stellt den Raum kostenlos zur Verfügung, eine Förderung gibt es darüber hinaus nicht. Aber Handwerksbetriebe und Fachfirmen hätten ein offenes Ohr, wenn man etwas benötige, so Schrafft. Die Vertreter der Firma Berthold und die Gesprächsteilnehmer aus dem Jugendhaus waren sich einig: Jugendliche, die an dem Angebot teilnehmen, haben in der technischen Sparte beim Berufseinstieg absolut einen Vorsprung.

In der Werkstätte wird gerechnet, ein Schaltplan erstellt, getüftelt, gelötet, ausprobiert, geformt, auseinander- und zusammengebaut. Peter Klein hob hervor, dass außer Arbeiten für den Wettbewerb viele kleine Projekte laufen. Zu den jüngsten ausgeführten Ideen gehört ein im letzten Jahr konstruiertes, innovatives Batterieladegerät von Max Trunsch (13), das den Reststrom genutzter Batterien entlädt, um damit einen Akku aufzuladen. Victoria Schübila hat 2020 ein Puppenhaus der Zukunft entwickelt, dessen Fenster, Geräte und Beleuchtung über eine App steuerbar sind. Die Idee, so etwas zu konstruieren, hatte sie zusammen mit ihrer Schwester Veronica bei Regenwetter. Beide wollten die Möglichkeit im Kleinen erproben. Bei einem Haus von außen etwa ein offenes Dachfenster über eine App zu schließen.

Helfer suchen Verstärkung

Gerade zwölf und elf Jahre alt waren Moritz Bott und Moritz Schulze, als sie 2012 eine der ersten Forschungsarbeiten zum Jugendwettbewerb einreichen konnten: Sie experimentierten erfolgreich mit einem Modell für einen mikroprozessgesteuerten Aufzug. Seit 2010 besteht die Werkstatt. Schrafft erklärt, dass die Arbeit mit den jungen Leuten dem Betreuer-Trio nach wie vor Freude bereite, fügt jedoch an: „Es wäre gut, wenn wir jüngeren ‚Rentner-Nachwuchs‘ für ehrenamtliche Mitwirkung gewinnen könnten.“