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Für den April werden in den Gemeinden wohl keine Kindergartengebühren eingezogen, da die meisten Eltern ihre Kinder zuhause betreuen müssen. 

Eltern entlasten: Keine Gebühren, weniger Schließtage

In Bad Wildbad hatte die SPD-Fraktion bereits am 21. März den Antrag gestellt, angesichts der Corona-Krise vorübergehend auf die Erhebung der Kindergartengebühren zu verzichten (die PZ hat berichtet). „Mit den Fraktionsvorsitzenden wurde abgestimmt, dass diese Aussetzung der Kindergartengebühren ab 1. April erfolgen und bis zu einer regulären Zusammenkunft des Gemeinderats gelten soll“, so Klaus Mack, Bürgermeister von Bad Wildbad. Insgesamt sind in Bad Wildbad und den Stadtteilen sechs Kindergärten betroffen, darunter nur einer in kommunaler Hand. Wie viel Geld der Stadt und den Kirchen durch die ausfallenden Kindergartenbeiträge fehlen, hat Mack noch nicht ausgerechnet. „Wir arbeiten derzeit alle im Krisenmodus und haben sehr viele drängendere Fragen zu klären“, sagt er.

Auch in Höfen will man im April auf die Erhebung der Kindergartengebühren verzichten. „Wir haben unter allen Gemeinden im Kreis Calw eine Art Rundmail-Konferenz gemacht“, erklärt Höfens Bürgermeister Heiko Stieringer. „Wir müssen an einem Strang ziehen, sonst sorgt das für Ärger bei den Eltern“, meint er im Gespräch mit der PZ. In Höfen gibt es einen Kindergarten mit fünf Gruppen, insgesamt fehlen der Gemeinde dadurch Einnahmen von 12 182 Euro. „Das ist für uns kein Pappenstiel, denn die Kosten für die Mitarbeiter laufen ja weiter“, so Stieringer.

In seiner Planung ist Höfens Bürgermeister auch schon einen Schritt weiter: „Wir überlegen, dass der Kindergarten im Sommer geöffnet bleibt und es keinen Urlaub gibt“, sagt er. Denn einige Eltern müssten gerade schon wegen der Coronakrise lange Urlaub nehmen und hätten dann für den Sommer nichts mehr übrig.

Auch in Schömberg sind sich Gemeinderat und Verwaltung einig, dass die Zahlungen für den April ausgesetzt werden sollen. „Wir wollten gegenüber den betroffenen Eltern ein Zeichen setzen und sie entlasten“, sagt Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn auf Anfrage der „Pforzheimer Zeitung“. Die Gebühren-Aussetzung betreffe die sechs kommunalen Kindertageseinrichtungen sowie die Kernzeitbetreuung in der Ludwig-Uhland-Schule. Laut Hauptamtsleiterin Lea Miene fehlt der Gemeinde Schömberg dadurch ein Betrag in Höhe von insgesamt rund 40 000 Euro.

In Dobel ist das Thema dagegen noch nicht endgültig entschieden. „Unser Gemeinderat muss nächsten Dienstag tagen, da wir bislang noch keinen Haushalt verabschiedet haben, dann wollen wir auch dieses Thema beraten“, erklärt Dobels Bürgermeister Christoph Schaack. „Ich denke auch, dass wir den Eltern auf jeden Fall entgegenkommen sollten“, sagt er. Auch Schaack ist es wichtig, dass die Gemeinden hierbei an einem Strang ziehen. In Dobel gibt es einen Kindergarten, dieser befindet sich in kommunaler Trägerschaft. „Uns würden 9 076 Euro fehlen, wenn die Gebühren für April nicht eingezogen werden“, sagt der Rathauschef. Er wolle dem Gemeinderat nicht vorgreifen, aber es werde wohl auch darauf hinaus laufen, dass sich Dobel der Empfehlung anschließe. Mit Blick auf die Zukunft ist laut Schaack vor allem Flexibilität gefragt, denn auch er weiß von vielen Eltern, die schon jetzt ihren Urlaub für die Kinderbetreuung aufbrauchen. Das Thema Schließtage müsse man daher auf dem Radar haben.

Doch nicht nur die Frage nach den Gebühren muss geklärt werden. So soll laut Mack in Bad Wildbad die Notbetreuung für Kinder, deren Eltern beide in systemrelevanten Berufen arbeiten, auch in den Osterferien aufrecht erhalten bleiben.

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Carolin Weiß

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