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Etwas Holz zum Verarbeiten gebe es noch auf dem Grundstück des Sägewerks Jäck. Doch der Betrieb wird verkauft.
Etwas Holz zum Verarbeiten gebe es noch auf dem Grundstück des Sägewerks Jäck. Doch der Betrieb wird verkauft.
20.08.2017

Ende einer Traditionsindustrie: Das letzte Sägewerk im Holzbachtal schließt

Straubenhardt-Langelalb. Mit der Schließung und dem Verkauf des Sägewerks Jäck im Holzbachtal geht ein weiteres Stück Langenalber Geschichte zu Ende. Einstmals waren es acht Sägemühlen und eine Ölmühle. Aufzeichnungen aus dem Jahre 1487 erwähnen zum ersten Mal eine Holzbachtaler Sägemühle. Aber erst Ende des 19. Jahrhunderts war ein sichtlicher unternehmerischer Aufschwung zu verzeichnen. Durch den dichten Wald und den Wasserlauf als Energiequelle und Transportmittel angezogen, siedelten sich binnen einem Jahrzehnt acht Sägewerke im Holzbachtal an.

Internationaler Handel

In dieser Zeit der Gründungen lebten die Eigentümer und ihre Arbeitskräfte in den umliegenden Gemeinden. Den langen Weg zu den Sägewerken, oft bis zu zehn Kilometer, mussten zu Fuß zurückgelegt werden. Die schon damals weit reichenden Handelsbeziehungen vom Rheinland bis zu den Niederlanden und hinunter in das Elsass waren der günstigen Lage des Holzbachtales geschuldet. Im Zuge der sich anbahnenden Technisierung Anfang des 20. Jahrhunderts mussten die Sägewerke vollkommen umgebaut werden. Nach den Weltkriegen wurden sie schnell wieder aufgebaut und nach den neuesten Anforderungen modernisiert. So gliederten einige Sägewerke Kisten- und Palettenfertigung an.

Der rapide technische Fortschritt ließ sechs Sägewerksbesitzer aus dem Holzbachtal erkennen, dass ihre Einzelbetriebe, den zukünftigen Anforderungen nicht mehr genügen. Sie schlossen sich in der „Sägeindustrie Holzbachtal“(SIH) zusammen und errichteten ein Großsägewerk in Pfaffenrot. Die stillgelegten Sägewerke im Holzbachtal wurden nun anderweitig genutzt, blieben ganz leer stehen oder wurden wie die „Brückle-Sägemühle“ vom Fahrzeugmuseum Marxzell als Stellplatz für Oldtimer-Autos genutzt. Einige Gebäude mussten schließlich wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Und auch in der „SIH“ stehen zwischenzeitlich alle Räder still.