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27.05.2009

Ende eines Lebens in Freiheit: Ausreißer-Kuh eingefangen

BAD HERRENALB. Einmal Robin Hood spielen, vogelfrei sein, das einfache Leben in den Wäldern genießen, allen Häschern und Verfolgern ein Schnippchen schlagen – wer hat nicht schon einmal in seiner Jugend solche Träume gehabt. Die wenigsten haben sie realisiert. Zu den Wagemutigen, die es doch getan haben, gehört die zweijährige Allgäuer Braunkuh eines Nebenerwerbs-Landwirts aus Bad Herrenalb.

Am 17. Mai wurde sie als vermisst gemeldet. Erst zehn Tage nach ihrem spurlosen Verschwinden konnte sie von ihren Verfolgern wieder eingefangen werden. Seit Dienstagabend steht die unternehmungslustige Kuh wieder im heimischen Stall.

Ohne vorher Bescheid zu geben, ohne Abschiedsbrief hat sich die junge Kuh – natürlich ohne Erlaubnis ihres Halters - von der Herde entfernt. Aus Angst vor der Melkmaschine oder gar vor dem Schlachter? Das Motiv der jungen Ausreißerin ist noch unklar. Ebenso ihr genauer Aufenthaltsort. Unterhalb des Waldteufelwegs in Richtung Aschehütte hatte sie ihre Weide verlassen. Letztmals gesehen wurde der Weide-Flüchtling am 17. Mai gegen 21.30 Uhr am Ächtlesweg. „Danach verlief sich die Spur“, meldete die Calwer Polizei am 19. Mai. Und die Kuh schien die neu gewonnene Freiheit weiterhin ungestört genießen zu wollen.

„Die Kuh hat sich in der Zwischenzeit vermutlich in den nahegelegenen Wäldern aufgehalten“, heißt es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Calw. Verwunderung auch bei den Herrenalber Polizisten: Bei den jüngsten Feier- und Ferientagen habe es eigentlich einen regen Publikumsverkehr in den Wäldern rund um die Bäderstadt gegeben, aber keiner hätte ein großes braunes Etwas zwischen den Bäumen oder auf den Waldwiesen gesehen.

Die Ausreißerin war aber auch durch ihr braunes Fell sehr gut getarnt. Einziges individuelles Erkennungsmerkmal: ein Kettenhalfter mit einem roten Strick um den Hals. Von einer Gefahr für die Bevölkerung war nie die Rede. Das Jungtier hatte allerdings schon ein Ansatz kurzer Hörner, wie ihr Besitzer der Polizei vorsorglich mitgeteilt hatte.

Er war es auch, der die Ausreißerin auf der Weide eines etwa einen Kilometer entfernten Nachbarn im Gaistal bei Bad Herrenalb entdeckt hatte. Das war dann zugleich das Ende des Versteckspiels im Bad Herrenalber Forst. Über das weitere Schicksal der mobilen Jungkuh liegen derzeit keine Erkenntnisse vor.