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Funktionale Wanderkleidung, Energie spendende Verpflegung, Landkarte und Blasenpflaster - PZ-Redakteur Sven Bernhagen hat alles dabei, was man für eine Wanderung rund um den Enzkreis braucht. Plus ein Laptop - damit schreibt er abends seine Berichte und tagsüber Kurznachrichten, die er per Twitter in die Welt sendet.
Funktionale Wanderkleidung, Energie spendende Verpflegung, Landkarte und Blasenpflaster - PZ-Redakteur Sven Bernhagen hat alles dabei, was man für eine Wanderung rund um den Enzkreis braucht. Plus ein Laptop - damit schreibt er abends seine Berichte und tagsüber Kurznachrichten, die er per Twitter in die Welt sendet. © Ketterl
05.10.2012

Endlich am Ziel: Sven Bernhagen twittert seine Tour um den Enzkreis

Wandern macht Spaß. PZ-Kollege Sven Bernhagen hatte viel davon. Fast 300 Kilometer lang, einmal rund um den Enzkreis, immer an der Kreisgrenze entlang. Er twitterte jeden Tag fleißig von seiner Tour. Jetzt ist er am Ziel.

Seine Kurznachrichten in SMS-Länge kann man über https://twitter.com/PZhautnah in Echtzeit über Twitter lesen. Immer mit dabei: die Geodaten, mit denen man auf einer Landkarte verfolgen kann, wo Bernhagen gerade seinen Tweet abgesetzt hat. Was wir wohl nicht lesen werden: "Ich gebe auf." Bernhagen ist ein Laufwunder. Und die Runde um den Enzkreis abzuschließen ist Ehrensache. Genau so wie regelmäßige Tweets. Für alle, die sich nicht mit Twitter auseinandersetzen wollen, gibt es hier die Tweets zum nachlesen.

Der siebte Tag:

Geschafft! Unglaublich! Es ist vorbei: 295 Kilometer in sieben Tagen, immer der Grenze des Enzkreises entlang. Die 30 Kilometer gestern waren ein reiner Selbstläufer. Trotz Regen. Der konnte weder den Füßen noch dem Kopf etwas anhaben, zumal ich keinen Meter alleine gehen musste. Geli und Edda, die mich bereits auf der vierten Etappe ein gutes Stück begleitet haben, standen um 10 Uhr in Engelsbrand parat und stolperten anschließend mit mir zum Teil querfeldein ins Enztal hinunter. Von dort zwischen Birkenfeld und dem Arlinger hindurch zur Waldschenke an der Regelbaumstraße – besser bekannt als Hubere. Gestärkt durch ein Spaghetti-Eis und reich beschenkt von den Lesern ging‘s dann zum Endspurt Richtung Katharinentaler Hof, getragen von einer Euphorie-Welle. Es war riesig, die Leser und Mitwanderer waren toll. Danke! ... Fortsetzung folgt!

Der sechste Tag:

„War die Nacht im Zelt in Dennach nicht zu kalt?“ Die klare Antwort: Nein! Es war dank Daunenschlafsack sehr gemütlich, ich habe geschlafen wie ein Stein und bin nach dem Kaffee-und-Brezel-Service von Fels-und-Eis bestens erholt in die sechste Etappe. Sie glauben mir nicht? Ich bin die ersten zehn Kilometer vom Dreimarkstein übers Eyachtal ins Enztal mit einem Schnitt von 6,5 Stundenkilometern gelaufen. So schnell war ich auf so eine lange Distanz das letzte Mal bei der ersten Etappe. Das war ein echtes „Walkers High“. Gut, den Gegenhang Richtung Waldrennach bin ich dann ganz schön hochgeschnauft, aber immerhin war ich so gut in der Zeit, dass ich zur Abwechslung Mal eine Vesperpause im Sitzen machen konnte. Ein bisschen Überwindung hat es gekostet, von der Engelsbrander Höhe über Kapfenhardt wieder ins Tal abzubiegen, als der Ort laut Wegweiser nur noch 2,5 Kilometer weit weg war. Ein Blick aufs Navi zeigte an der Stelle: Der Enzkreisgrenze nach noch 20 Kilometer bis Engelsbrand. Aber schließlich musste ich die Leser in Unterreichenbach abholen und so zeigte mein Tacho am Ende doch wieder 41 Kilometer an. Heute geht’s auf die letzte Etappe der Mammut-Aktion. 264 Kilometer liegen inzwischen hinter mit, 28 warten beim Endspurt zum Katharinentaler Hof und ich bin mir sicher, die Euphorie der Leser trägt mich locker auch noch dorthin.

Der fünfte Tag:

Nachdem ich die drei Mammut-Etappen über je 50 Kilometer gemeistert habe, dachte ich, die Sache wäre gelaufen. Falsch gedacht! Die 27 Kilometer gestern von Singen über Mutschelbach, Weiler und Ittersbach waren zäh. Die Oberschenkel waren nahe am Krampf. Schuld waren Baumfällarbeiten, die mich zu einem Umweg von rund zwei Kilometern gezwungen haben. Die halbe Stunde mehr musste ich mit höherem Tempo wieder reinholen, um rechtzeitig zu den Lesern ins Maisenbachtal zu kommen. Das hat enorm Körner gekostet. Naja, aber ich habe inzwischen ja auch schon 223 Kilometer in den Beinen. Endspurt also, auch wenn’s am Ende wohl etwas mehr als die angepeilten 270 Kilometer sein werden. Zwei Tage noch, aber nachdem mich Dennachs Ortsvorsteher Heinz Hummel gestern Abend noch auf eine heiße Dusche eingeladen hat, war auch die Nacht im Zelt bei Dennach kein Problem mehr.

Der vierte Tag:

Was soll ich sagen? Es läuft! Klar, Kollegin Bärbel Schierling, die mir nach den 50,1 Kilometern entlang der Nordgrenze des Enzkreises von Sternenfels nach Singen Quartier geboten hat, musste kräftig lachen, als Sie mich gestern steifbeinig zu ihrer Haustüre staksen sah. Aber sobald ich mich mal zehn Minuten warmgelaufen habe, springe ich wieder wie ein junges Reh - na ja, wie eines, das in den letzten vier Tagen 185 Kilometer absolviert hat. An der Wasserblasenfront gibt’s nichts Neues. Gut so, denn rund 85 Kilometer liegen in den nächsten drei Tagen noch vor mir. Heute geht’s von Singen über 24 Kilometer nach Langenalb und von dort mit den Lesern noch 10,7 Kilometer nach Dennach. Mal sehen, was der Tag für Überraschungen bereit hält. Gestern war es ein Abstecher auf einen Kaffee bei Klaus Dobler und Wieland Eberle in die Knittlinger Störrmühle, als größte Hühnerfarm des Enzkreises aus der Enzkreis-extrem-Serie bekannt. Zwischen Neulingen und Bretten wurde ich dann nach 25 Kilometern von den bergerprobten PZ-Leserinnen Angelika Steding und Edda Henrich in Empfang genommen. Dank ihrer heißen Rinderbrühe und ihrer Begleitung vergingen die restlichen 14 Kilometer bis zum Start der Leseretappe wie im Flug.
Sven Bernhagen

Der dritte Tag:

"Entgegen aller Ankündigungen war der dritte Tag doch nicht der Härteste. Gegen den Dauerregen vom Sonntag ist er nicht angekommen. Aber der bisher längste Tag war es. 51 Kilometer insgesamt, 38 alleine, dreizehn mit den Lesern. Und es war der schönste Tag bisher. Gleich nach dem Start um 5.20 Uhr in Iptingen ging’s im Mondschein – die Stirnlampe war eine halbe Stunde lang aus – durchs Grenzbachtal. Der Blick von Großglattbach war dann gigantisch: Die Enzschleife unten im Nebel, oben das Morgenrot am sternenklaren Himmel. Da waren alle Schmerzen vom Vortag vergessen. Nur schneller als mit fünf Stundenkilometern wollten sich die Beine nicht Richtung Sternenfels bewegen. Der körperliche Zustand ist weitgehend unverändert: zwei kleine Blasen, Muskelkater und steife Knochen. Aber die Motivation ist wieder deutlich gestiegen. 135 von 270 Kilometern habe ich hinter mir. Jetzt geht’s 48 Kilometer nach Singen immer der Nordgrenze entlang. Ich freu mich drauf." Bernhagen

Der zweite Tag:

Die zweite  Etappe der Enzkreis-Extrem-Wanderung war zäh. 47,2 Kilometer, davon 36 alleine im strömenden Regen und elf mit den Lesern im Sonnenschein. Die Hose hat gescheuert, die nassen Socken haben gerieben und am südlichsten Punkt gegen 9 Uhr war meine Motivation im Keller. Immer wieder musste ich mich zwingen, Gas zu geben, um rechtzeitig zum Start der Leseretappe an die A8 bei Heimsheim zu kommen.  Jetzt sind die Beine schwer und der Rücken steif. Und laut Reinhold Messner soll der dritte Tag erst der schlimmste sein. Aber der
Wetterbericht macht Hoffnung: Sonnige 15 Grad sind angesagt, und zwar den ganzen Tag und nicht nur am Nachmittag für die Leser.  185 Kilometer sind es noch bis Freitag - eine echte Grenzerfahrung.

Der 1.Tag:

7.15 los geht's. #enzkreisextrem Wanderung gestartet. Kollege Andreas kurz begleitet mich heute. Freue mich. Ben

8.00 #kieselbronn. Wow. Super Sonnenaufgang. Das motiviert. Ben pic.twitter.com/djiP8y40

8.57 niefern Bm-stv Hummel hat uns begleitet und mit Infos und kaffee versorgt. Jetzt müssen wir gas geben :-) ben pic.twitter.com/8c6X4xar

10.12 #wurmberg trinkpause mit blick über die ehemalige raketenbasis. Andi macht gut Tempo. Ben pic.twitter.com/UwNDrXTG

11.24 heimspiel. Jetzt geht's durch den wimsheimer Wald, mein joggingrevier. Ben pic.twitter.com/uIAh503V

15.30 uhr. Sind jetzt aus dem funkloch raus. Seit würm 70 leser im gepäck. Ben

16 uhr. Der wanderführer gibt infos zu unterreichenbach. Noch 2 kilometer. Super in der zeit. Ben

Kurz vor 17 uhr am ersten etappenziel angekommen. Schneller als gedacht. Extrem glücklich. Ben

 

Sven Bernhagen über die erste Etappe der Enzkreis-extrem-Wanderung von Neulingen über Kieselbronn, Niefern, Wurmberg, Wimsheim und die Burgruine Liebeneck ins Würmtal:

So, die erste Etappe der Enzkreis-Extrem-Wanderung ist geschafft. 36 der 270 Kilometer liegen hinter mir. Meinen Beinen geht's gut, keine Wasserblasen, Muskelkater hält sich in Grenzen. Eine super Idee war das Abschiedsständchen beim Start von PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht (Gesang) und Kollege Martin Fuchs (Trompete), die um 7.15 Uhr an der B294 beim Amazon "Muss I denn zum Städtele hinaus" geschmettert haben. Das hat mich und Kollege Andreas Kurz, der mich spontan begleitet hat, extrem motiviert. Durch Niefern hat sich dann auch noch der stellvertretende Bürgermeister Udo Hummel angeschlossen und uns mit Kaffe und Infos zum Ort versorgt. Da verging die Zeit wie im Flug. Eine Punktlandung haben Andi Kurz, mein Tempomacher, und ich dann im Würmtal hingelegt. 26 Kilometer in fünfeinhalb Stunden. Punkt 13 Uhr waren wir dort, um die Leser zu empfangen.