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Schlagkraft getestet: Die Hauptübung der Gesamtwehr Engelsbrand bei der Firma Hapema.
Schlagkraft getestet: Die Hauptübung der Gesamtwehr Engelsbrand bei der Firma Hapema. © Fux
09.07.2017

Engelsbrander Feuerwehr reagiert schnell auf Unvorhergesehenes

Engelsbrand. Ernstfall und Übung treffen aufeinander. Ein Unfall bei Neuenbürg sorgt für einige Einschränkungen.

Ein Verkehrsunfall im Grösseltal machte am Samstag der Gesamtwehr Engelsbrand bei der Hauptübung einen Strich durch die Rechnung. Denn ein Fahrzeug der Abteilung Salmbach, war statt bei der Übung eben dort im Einsatz. Und auch ein Teil der Helfer des Deutschen Roten Kreuzes wurde spontan von der Übung abberufen. Durch den tatsächlichen Verkehrsunfall und die Sperrung der Bundesstraße, gab es für die Drehleiter aus Neuenbürg lange kein Durchkommen und auch eine weitere Mannschaft, die Abteilung Waldrennach, die in Engelsbrand Überlandhilfe leisten sollte, verpasste aufgrund des Unfalls die Übung.

Kommandant sehr zufrieden

Doch die Gesamtwehr Engelsbrand, die mit der Führungsunterstützungseinheit Nordschwarzwald zusammenarbeitet, hatte zu kämpfen – mit Wettereskapaden, hochsommerlichen Temperaturen und Platzregen. Doch sie ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Das sind Realeinsätze, man muss immer zu Veränderungen bereit sein, umdisponieren und auch im Ernstfall die Lage anpassen“, betonte Kommandant und Einsatzleiter Stefan Pruschwitz, der trotz allem sehr zufrieden war.

Im Ernstfall hätten der Kommandant und sein Team nicht auf die Drehleiter aus Neuenbürg gewartet, sondern Hilfe aus Birkenfeld oder Schömberg angefordert und die Menschen im Dachbereich der Firma Hapema schnellstens gerettet. Daran hatte auch Bürgermeister Bastian Rosenau, der mit seinen Kindern den Übungseinsatz verfolgte, keinen Zweifel.

Die Übungsannahme: Bei der Firma Hapema im Gewerbegebiet Engelsbrand, bei der 70 Mitarbeiter beschäftigt sind und die eine Produktions- und Lagerfläche von 7000 Quadratmeter hat, ist unbemerkt ein Brand durch Überhitzung eines Kompressors im Bereich der Druckluftversorgung, die sich in der ersten Ebene im mittleren Produktionshallenbereich befindet, ausgebrochen. Das Feuer breitet sich durch dort lagernde Betriebsmittel unter dem Trapezdach in Richtung Bürotrakt aus, so die weitere Annahme. Es kommt zur Rauchausbreitung über die Zu- und Abluftanlage im westlichen Gebäudeflügel. Zwei Mitarbeiter, so das Übungsszenario, wollten unmittelbar den Brand an der Kompressoranlage löschen, zwei weitere sind durch den starken Rauch im Bürotrakt eingeschlossen. Im Dachbereich befinden sich ebenfalls Personen, deren Fluchtweg abgeschnitten ist.

Aufgrund der hohen Temperaturen von über 32 Grad ist der Übungsablauf zum Schutz der 72 teilnehmenden Feuerwehrkräfte bereits im Vorfeld nur auf die notwendigsten Einsatzmaßnahmen reduziert worden, wie Lothar Faas, der die Übung moderierte, berichtete. Es wurde auf die Evakuierung der anliegenden Nachbargebäude, darunter die Flüchtlingsunterkunft und eine Holzbaufirma, verzichtet. Auch bei der geplanten Wasserversorgung gab es im Vorfeld und spontan aufgrund des Ernstfalls Abstriche.

Hinzu kam das Großereignis „Happiness“ in Straubenhardt, an dem viele Einsatzkräfte seitens der Feuerwehr sowie des Roten Kreuzes eingebunden waren. Mit ein Grund, weshalb die Wehr bei der Übung von einer Einsatzeinheit des DRK-Ortsverbandes Büchenbronn unterstützt wurde.