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Schon im Jahr 2015 lagen die Pläne für das zentrale Feuerwehrhaus auf dem Tisch. Darauf freuten sich (von links): Feuerwehrkommandant Stefan Pruschwitz und Stellvertreter Thomas Schmollinger, Gemeinderat Frank Böckler, Hauptamtsleiter Andreas Herb, Gemeinderat Artur Beffert, Architekt Volker Binder und Engelsbrands Bürgermeister Bastian Rosenau. Nun ist klar: Das neue Domizil der  Floriansjünger soll bis zum Sommer 2019 entstehen. Foto: Seibel, PZ-Archiv
Schon im Jahr 2015 lagen die Pläne für das zentrale Feuerwehrhaus auf dem Tisch. Darauf freuten sich (von links): Feuerwehrkommandant Stefan Pruschwitz und Stellvertreter Thomas Schmollinger, Gemeinderat Frank Böckler, Hauptamtsleiter Andreas Herb, Gemeinderat Artur Beffert, Architekt Volker Binder und Engelsbrands Bürgermeister Bastian Rosenau. Nun ist klar: Das neue Domizil der Floriansjünger soll bis zum Sommer 2019 entstehen. Foto: Seibel, PZ-Archiv
04.11.2016

Engelsbrander Jahrhundertprojekt: Gemeinde lässt sich zentrales Feuerwehrhaus vier Millionen Euro kosten

Engelsbrand. Es war keine leichte Entscheidung für Engelsbrands Bürgermeister Bastian Rosenau und seine 15 Gemeinderäte. Nach fast zweieinhalb Jahren Planung verabschiedete das Gremium am Mittwoch den Bau eines neuen, zentralen Feuerwehrhauses am Kreisverkehr – für rund vier Millionen Euro. „Die Entscheidung über dieses Jahrhundertprojekt liegt sicher nicht nur mir schwer im Magen“, so der Rathauschef. Dass die vier Millionen Euro für das neue Feuerwehrhaus die Finanzkraft der Gemeinde deutlich übersteigen, darüber waren sich vor der Entscheidung alle im Gremium bewusst. Trotzdem fiel das Votum am Ende einstimmig aus – für den Bau.

Schwere Entscheidung

Artur Beffert, Fraktionssprecher von SPD und Bürgerliste Engelsbrand, appellierte an seine Ratskollegen, mit Ja zu votieren: „Wenn wir dem Ganzen jetzt zustimmen, können wir im April 2017 mit dem Bau starten.“ Immerhin dauere die Fertigstellung des Projekts mindestens vier Jahre, also bis 2021. Grüne-Liste-Fraktionssprecher Wolfgang Reich sagte: „Eine Zentralisierung muss sein, wir sollten den Weg jetzt weiter gehen.“ Frank Böckler von der CDU sieht in dem Projekt die Chance, den Fortbestand der Feuerwehr in Engelsbrand zu garantieren. Fraktionskollegin Ute Uihlein hofft, dadurch noch mehr Jugendliche für das Ehrenamt begeistern zu können. Kritische Worte kamen von der Fraktion Lebenswertes Engelsbrand. Deren Sprecher Thomas Kautz nannte die vielen großen Investitionen, die die Gemeinde in letzter Zeit tätigt: „Straßen, Flüchtlinge, das Feuerwehrhaus – die Gelder fliegen uns um die Ohren.“ Kautz’ Fraktionskollege Alexander Mekyska sagte: „Ich will dem Ganzen nicht im Weg stehen, möchte aber zu Bedenken geben: Wenn wir dem Bau zustimmen, haben wir für einige andere Projekte kein Geld mehr.“

Im Sinne der Bürger

Man sei die letzten zweieinhalb Jahre intensiv alle Möglichkeiten durchgegangen, „billiger geht es nicht“, so Rosenau. Immerhin sei man Anfang des Jahres noch bei Kosten von fast 4,7 Millionen Euro gewesen, und habe mit immer neuen Entwurfsplanungen noch über eine halbe Million Euro einsparen können. „Es geht um die Sicherheit der Bevölkerung“, so der Bürgermeister, „und wo könnte man das Geld da besser anlegen, als bei der Feuerwehr.“

Am neuen, zentralen Platz am Kreisverkehr in Engelsbrand sollen die bisherigen drei Abteilungen gebündelt werden. Insgesamt 19 Standorte hatte die Gemeinde auf ihre Eignung untersucht.

„Wenn Sie dem Projekt heute zustimmen, heißt das Vollgas für die Planung“, sagte Architekt Volker Binder. Denn ab April 2017 soll bereits gebaut werden. „Es wird nicht einfach, aber wegweisend für die Gemeinde Engelsbrand“, sagte Rosenau. Er habe 2010 einmal einen Einsatz der Feuerwehr hautnah miterlebt, „deshalb ist das Projekt auch ein persönliches Anliegen von mir“, so der Bürgermeister.