nach oben
Vorbei an Wiesen und Bächen bei Feldrennach führte die „Enzkreis erleben“-Tour, bei der ein kleiner Teil des geplanten Naturschutzgebietes „Pfinzquellen“ vorgestellt wurde.  Molnar
Vorbei an Wiesen und Bächen bei Feldrennach führte die „Enzkreis erleben“-Tour, bei der ein kleiner Teil des geplanten Naturschutzgebietes „Pfinzquellen“ vorgestellt wurde. Molnar
16.05.2016

„Enzkreis erleben“-Reihe führt zu den „Pfinzquellen“

Die Begrüßung beim Biolandhof Reiser war gerade zu Ende, schon regnete es. Kein idealer Tag, um eine Exkursion ins geplante Naturschutzgebiet „Pfinzquellen“ zu starten. „Wir werden keine Insekten sehen“, verkündete Christoph Aly. Die 40 Teilnehmer störte das nicht, bedauerten höchstens, dass die Strecke nur einen Kilometer lang war und auf gleichem Weg zurückführte.

Nur ein kleiner Teil des 285 Hektar großen Gebietes wurde gezeigt. Nach dem zweistündigen Spaziergang auf matschig-glatten Wegen, entlang von Wiesen und Bächen bei Feldrennach, haben sie dennoch einige Vögel gehört und seltene Pflanzenarten gesehen.

Zum zehnten Mal führten Christoph Aly und Silke Schweitzer vom Regierungspräsidium Karlsruhe in das kontrovers diskutierte Schutzgebiet zwischen Langenalb, Pfinzweiler, Feldrennach und Ittersbach – diesmal im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Enzkreis erleben“ zusammen mit dem Biolandhof Reiser. Ein Schwerpunkt: die Bedeutung der Landwirtschaft zum Erhalt des Naturschutzgebietes.

„Es ist wichtig, dass es Wiesen gibt, wo die Düngung eingeschränkt ist“, sagte Aly, der den Artenreichtum aufzeigte. So bleibe etwa die Luzerne als wichtige Nahrung für die Luzerne-Blattschneiderbiene oder die Knoblauchrauke für den Aurorafalter erhalten. Der Biologe verwies in dem Zusammenhang auch auf den Landschaftsentwicklungsver­band, der helfe, Pflanzen wie den gefährlichen Riesen-Bärenklau im Zaum zu halten. „Die Wiesen müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt abgemäht werden, damit sie sich entwickeln können“, meinte Organisatorin Angela Gewiese vom „Forum 21“. Biolandwirt Horst Reiser berichtete vom Beweiden der Wiesen mit Pferden.

Die Teilnehmer, die aus dem ganzen Enzkreis kamen, schätzten die Auskünfte. „Man bekommt einen Blick für die Natur“, sagte Leila Gütschow aus Keltern, die von der Vielfalt überrascht war. „Man braucht Naturschutzgebiete und Leute, die diese bewirtschaften“, fand Marie-Luise Jaggy aus Knittlingen. Sie schlug Aly vor, den Bach nicht so dicht mit Erlen zu bepflanzen, falls dies anvisiert werde. „Vielfalt braucht Sonne“, so die Naturliebhaberin.

Unter den Teilnehmern waren auch Bürger aus Pfinzweiler, die direkt von den Planungen betroffen sind. Michael Kraft zum Beispiel, der seine Erdbeerfelder nicht mehr regelmäßig mähen dürfte und ein Problem mit Schneckenfraß bekäme. Er bewirtschaftet seinen 2000 Quadratmeter großen Acker ohne Pestizide: „Das will ich auch nicht im Essen“, so der Straubenhardter, der das Schutzgebiet generell befürwortet.

Etwas für Flora und Fauna übrig hat auch Oswin Hennefarth, der schon etliche Exkursionen zu den „Pfinzquellen“ mitgemacht hat. Ihn stört, dass der „Pfinz“ Wasser abgegraben werde. „Wenn ich Naturschutz betreibe, muss ich dafür sorgen, dass das Wasser läuft“, so der Pfinzweiler, der eine Streuobstwiese bewirtschaftet. Zum Abschluss der Exkursion gab es Flammkuchen bei Reisers.