nach oben
Wohin mit den Flüchtlingen in Neuenbürg? Das Landratsamt sucht einen Platz für die geplante Aufstellung von Zelten.
Wohin mit den Flüchtlingen in Neuenbürg? Das Landratsamt sucht einen Platz für die geplante Aufstellung von Zelten. © Seibel
15.01.2016

Enzkreis prüft Flüchtlingsunterkunft am Neuenbürger Südbahnhof

Enzkreis. Die vom Landratsamt geplante Aufstellung von Zelten für die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem FV-Platz im Neuenbürger Breiten Tal ist vom Tisch. Das bestätigt Erster Landesbeamter Wolfgang Herz, beim Enzkreis für die Unterbringung zuständig. Vielversprechend sei hingegen ein Alternativplan: Das BayWa-Gelände am Bahnhof Neuenbürg-Süd, das sich im Besitz der Bahn befindet.

Dort sollen jedoch keine Zelte, sondern eine Unterkunft in Leichtbauweise errichtet werden. „Unsere Planungen waren schon ziemlich weit“, kommentiert Herz. Auch der betroffene Fußballclub und die Stadt Neuenbürg hätten das Vorhaben mitgetragen. Dann jedoch veröffentlichte das Land die neuen Hochwasser-Gefahrenkarten – und damit war das Vorhaben nicht mehr umsetzbar. „Nahezu das gesamte Enztal von Rotenbach bis Neuenbürg wurde nun als Überschwemmungsgebiet klassifiziert“, erklärt Herz. Es würde demnach bei einem Jahrhunderthochwasser, das heißt bei einem Hochwasser-Ereignis, das statistisch einmal in 100 Jahren auftritt (Fachausdruck: HQ 100) überflutet werden. Teilbereiche sogar bei Hochwassern, wie sie statistisch alle 50 Jahre vorkommen können (HQ 50). Das habe sich zuvor so nicht abgezeichnet.

Glück im Unglück: „Mit dem Gelände im Rittergarten beim Bahnhof hätten wir sogar bessere Möglichkeiten“, betont Vize-Landrat Herz. Der Standort ist bereits erschlossen und liegt zudem verkehrsgünstig, während die Menschen vom Breiten Tal aus lange Wege zum Einkaufen und in die Stadt gehabt hätten. Dies war zuvor auch aus den Reihen der Ehrenamtlichen in Neuenbürg kritisch gesehen worden.

„Vor allem könnten wir am Bahnhof eine bessere Unterkunft realisieren“, sagt Herz. Geplant wird mit mehreren Hallen in Alu-Leichtbauweise für insgesamt 120 Menschen. Wenn keine Verzögerungen eintreten, rechnet man im Landratsamt damit, dass schon Anfang Februar mit den Baumaßnahmen begonnen werden kann. Die ersten Flüchtlinge würden dann Ende Februar ihr neues Quartier beziehen.

Neuenbürgs Bürgermeister Horst Martin ist überzeugt, dass der Standort am Bahnhof ebenso eine gute Lösung wäre. In der Gemeinderatssitzung am 26. Januar soll das Projekt auf der öffentlichen Tagesordnung stehen. „Im Nachgang planen wir dann für Anfang Februar zusammen mit dem Landratsamt eine Bürgerinformationsveranstaltung“, so Martin.

Leserkommentare (0)