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notunterkunft © Symbolbild dpa
02.01.2015

Enzkreis sucht händeringend Plätze für Notunterkünfte

Enzkreis. Mit einem weiteren Brief bittet Landrat Karl Röckinger die Enzkreis-Bürgermeister um Unterstützung: Da die bisherigen Unterbringungs-Möglichkeiten für Flüchtlinge wohl nicht ausreichen werden, komme man um die Einrichtung von Notunterkünften vermutlich nicht herum. Der Kreis suche nun nach geeigneten Plätzen oder Gebäuden für eine Übergangslösung.

„Wir benötigen ab spätestens Ende Januar mindestens zwei Standorte zur Unterbringung von jeweils 120 Flüchtlingen für die Dauer von vier bis sechs Monaten“, schreibt der Landrat. Derzeit plane man, die Menschen in Zelten unterzubringen; auch Wohncontainer kämen dafür in Betracht. Besser fände man es im Landratsamt jedoch, wenn es in den Gemeinden leerstehende Hallen oder vergleichbare größere Objekte gäbe – nicht zuletzt aufgrund der zu erwartenden Witterungsverhältnisse.

„Wir haben uns – zusammen mit den Gemeinden – in den vergangenen Monaten intensiv um neue Unterkünfte bemüht“, sagt Röckinger. Im Juni vergangenen Jahres hatte er sich deshalb mit einem Brief an die Bürgermeister gewandt und um Unterstützung gebeten.

Angesicht der aktuellen Entwicklungen reichen die Kapazitäten jedoch aller Voraussicht nach nicht aus: „Wir erwarten aktuell mindestens neue 75 Asylbewerber im Monat“, beschreibt Röckinger die Lage; hinzu kämen Menschen, die einen Folgeantrag stellen – wie viele das sein werden, wisse man jedoch nicht. Die Situation verschärfe sich zusätzlich dadurch, dass die Landesaufnahmestelle (LEA) die Flüchtlinge deutlich eher als bisher an die Stadt- und Landkreise weiterleite.

„Gleichzeitig wird es immer schwieriger, im Enzkreis geeignete Unterkünfte rechtzeitig verfügbar zu machen“, beschreibt Röckinger das Dilemma der Kreisverwaltung. Deshalb sehe man sich gezwungen, Notunterkünfte zu planen – beispielsweise auf Fest- und Sportplätzen oder auf freien Baugrundstücken. Auch Turnhallen kämen in Betracht – so wie vor gut 25 Jahren, als zahllose Menschen aus der damaligen DDR geflüchtet waren und kurzfristig untergebracht werden mussten.

„Wir werden alles daran setzen, die Notunterkünfte so verträglich wie möglich für die Flüchtlinge, aber auch für die Umgebung der Standorte zu gestalten“, verspricht Röckinger in seinem Bürgermeister-Schreiben.

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