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Alles hängt  am Breitbandkabel: Auch kleine Orte im Enzkreis wollen schnelles Internet.  PZ-Archiv
Alles hängt am Breitbandkabel: Auch kleine Orte im Enzkreis wollen schnelles Internet. PZ-Archiv
03.03.2008

Enzkreis will weiße Flecken im Internet beseitigen

ENZKREIS. „Ohne schnelles Internet ist die Entwicklung im ländlichen Raum gefährdet“, sagt Jochen Protzer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag. Kleine Gemeinden wie Mönsheim tun sich schwer, ein Leerrohr für schnelle Glasfaserleitungen zu bekommen, selbst wenn in der Hauptstraße gerade gebuddelt wird, erzählt Bürgermeister Thomas Fritsch (FWV) den Kreistagskollegen.

Der Enzkreis will den Gemeinden helfen, ans schnelle Internet zu kommen. „Die weißen Flecken bei der Breitband-Versorgung müssen weg“, sagte Landrat Karl Röckinger gestern im Verwaltungsausschuss.

Investitionszuschüsse notwendig

Ohne Investitionszuschüsse der Kommunen bauen die Anbieter in den Dörfern keine Auffahrten zur Datenautobahn – das wissen die Gemeinden inzwischen. Bis zu 75 000 Euro dürfen sie für schnelle Zugänge beisteuern. Die Landesregierung unterstützt 2008 und 2009 den Netzaufbau mit 20 Millionen Euro. Acht Gemeinden im Heckengäu schlossen sich zusammen, unter dem Dach ihres Zweckverbandes streben sie einen flächendeckenden Vertrag mit Breitbandanbietern an. Die Gemeinden wehren sich verstärkt gegen den Standortnachteil, wenn bei ihnen die Bits und Bytes nur tröpfeln.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) versucht es mit runden Tischen. Die Wirtschaftsvertretung für die Region bringt Netzbetreiber, Geschäftsleute und Gemeinden zusammen. „Am runden Tisch herrscht Wettbewerb, da fällt es der Telekom oft leichter, ein Angebot zu machen“, sagt IHK-Geschäftsführer Jens Mühleisen. Ein Drittel der Unternehmen hatte bereits einmal einen wirtschaftlichen Schaden, weil der Internetanschluss nicht reichte, fand die IHK bei einer Befragung heraus.