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Setzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen vor dem Tiefenbronner Rathaus: Bürgermeister Frank Spottek, Kreisrätin Pina Stähle und die Gleichstellungs- beauftragte des Enzkreises, Kinga Golomb (von links).  Foto: Enzkreis 

Enzkreis zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen

Enzkreis. Es sind bis auf wenige Ausnahmen Frauen, die sich am Mittwoch im digitalen Raum zusammengefunden haben, um über Gewalt an Frauen zu sprechen. Psychische, körperliche, sexualisierte Gewalt – das Leid, das jede Dritte in Deutschland im Laufe ihres Lebens erfährt, kann viele Gesichter haben. Das wird deutlich an diesem Abend, an dem zahlreiche lokale Hilfsangebote vorgestellt werden, bevor ein Vortrag Einblick gibt in die sogenannte Loverboy-Methode, die junge Frauen in die Prostitution zwingt. Einer der wenigen Männer in der Videoschalte war Tiefenbronns Bürgermeister Frank Spottek, in dessen Gemeinde die Fahnenaktion des Vereins Terre des Femmes in diesem Jahr stattgefunden hätte. Er begrüßte die Anwesenden aus dem Landratsamt, von wo er mit Kreisrätin Pina Stähle (Grüne) und der Enzkreis-Gleichstellungsbeauftragten Kinga Golomb zugeschaltet war.

Spottek erklärte, bei der Vorbereitung auf den Abend sei er erschrocken, was alles hinter diesem Thema stecke, es sei „schwer zu verdauen“. Gewalt an Frauen sei trauriger Alltag auf der ganzen Welt – so auch hier vor Ort. „Wir sind aufgefordert, nicht wegzuschauen und wegzuhören, sondern Hilfe anzubieten“, sagte er: „Das ist ein Appell an alle, die Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Schutzbefohlene ausüben: Gewalt ist keine Lösung, sie ist ein Zeichen von Schwäche.“ Stähle wies in ihrem Grußwort auf die besondere Gefährdungssituation in Zeiten des Corona-Lockdowns hin für alle, die Gewalt im häuslichen Umfeld zu fürchten haben. Gerade jetzt sei es darum noch wichtiger, aufmerksam zu sein: „Passt aufeinander auf“, forderte die Kreisrätin auf.

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SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast sprach auch im Namen ihrer anwesenden Landtags-Kollegen Erik Schweickert (FDP) und Stefanie Seemann (Grüne) ein Grußwort und machte deutlich, dass es wichtig sei, das Thema Gewalt an Frauen „aus dem Graubereich ins Licht“ zu holen. Man müsse den Ursachen durch noch konsequentere Gleichstellung der Geschlechter entgegentreten.

Golomb bezeichnete das Hissen der Flaggen als Zeichen dafür, dass die Gewalt an Frauen weder akzeptiert noch toleriert – und vor allem auch nicht tabuisiert werde.

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