nach oben
Im Brennpunkt des Bundeskartellamts: Viele große Feuerwehrfahrzeuge sind zu teuer.
Im Brennpunkt des Bundeskartellamts: Viele große Feuerwehrfahrzeuge sind zu teuer. © Ketterl
26.04.2011

Enzkreis-Kommunen prüfen: Feuerwehrfahrzeuge zu teuer?

ENZKREIS/PFORZHEIM. Ein größeres Feuerwehrfahrzeug kostet eine Menge Geld. 200000 bis 300000 Euro müssen die Kommunen schnell mal hinblättern, wenn sie eine Neuanschaffung vornehmen. Teuer sind die Spezialfahrzeuge aber nicht nur wegen den vielen Normen, Vorschriften und technischen Ausstattungsdetails. Sauteuer werden sie vor allen Dingen dann, wenn Hersteller sich - wie zwischen 2001 und 2009 geschehen - beim Preis absprechen und sogar noch die illegalen Gewinnquoten regelmäßig am Flughafen in Zürich kontrollieren.

Und weil das zumindest einige Hersteller taten, trat das Bundeskartellamt in Aktion. Jetzt brennt es lichterloh bei einigen Herstellern. In vielen Kommunen brennt es auch: und zwar den Kämmerern in der Region unter den Nägeln, wie man an möglicherweise zuviel gezahltes Geld rankommt. Und deshalb wird geprüft, wann man ein größeres Fahrzeug von welchem Hersteller bezogen hat.

11000 Kommunen in Deutschland könnten betroffen von den illegalen Preisabsprachen sein. Beim Deutschen Städte- und Gemeindebund in Berlin setzt man auf eine außergerichtliche Einigung mit den betroffenen schwarzen Schafen. Weil eine Sammelklage in Deutschland nicht funktioniere und tausende von Einzelklagen auch kein gangbarer Weg seien, könne durch eine gütliche Einigung womöglich ein Entschädigungsfonds gebildet werden. Ob es dazu kommt? Die betroffenen Hersteller haben sich nach Angaben des Deutschen Städte- und Gemeindebunds erst mal eine Bedenkzeit erbeten.

Leserkommentare (0)