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Der zum Lurch des Jahres 2019 gekürte Bergmolch ist im Kreis Calw häufig zu sehen. Auch im Enzkreis ist er ein guter Bekannter. Foto: Marx/Archiv
Der zum Lurch des Jahres 2019 gekürte Bergmolch ist im Kreis Calw häufig zu sehen. Auch im Enzkreis ist er ein guter Bekannter. Foto: Marx/Archiv
05.04.2019

Er kommt im Leoparden-Look in die Region: Bergmolch ist Lurch des Jahres

Enzkreis/Calw. Mit seinem orangeroten Bauch und einer fast tropischen Farbenpracht zählt der Bergmolch zu den schönsten einheimischen Amphibien-Arten. Vor allem zur Paarungszeit im Frühjahr bieten die blau gefärbten Männchen mit ihrem kontrastreichen Leoparden-Look aus schwarzen Flecken auf einem silbrig weißen, unten hellblau umrahmten Seitenband sowie vielen Punkten an Armen und Beinen einen prächtigen Anblick im Teich. Der besonders geschützte Bergmolch wurde von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) zum Lurch des Jahres 2019 ausgerufen.

Der Bergmolch ist im Kreis Calw häufig zu sehen und bevorzugt feuchte und kühle Versteckplätze an Land, auch im Enzkreis kennt man ihn gut. Auf Nachfrage der „Pforzheimer Zeitung“ meint Gerold Vitzthum, der Vorsitzende der Gruppe Pforzheim/Enzkreis des Naturschutzbundes Deutschland: „Molche sind keine Langstreckenwanderer. Sie halten sich im Umfeld der Laichgewässer auf.“ Grundsätzlich gelte, so Vitzthum, „je weiter der Sammelzaun vom Teich entfernt ist, umso weniger Molche finden wir in den Sammeleimern.“ Die Zerstörung oder Beeinträchtigung von Kleingewässern durch Zuschüttung oder Eintrag von Müll, Dünger und Umweltgiften gefährden laut Nabu die Bestände des Bergmolches. Insbesondere während den Wanderungen, etwa vom Winterquartier zum Laichgewässer, erfahren Bergmolche und andere Amphibien häufig Verluste durch den Straßenverkehr. Der Bergmolch gilt als besonders geschützt nach Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung. Besonders geschützte Arten dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

In der Region sind die Amphibien nun wieder auf der Wanderung zu ihren Laichplätzen. Die Landratsämter Calw und Enzkreis bitten deshalb alle Verkehrsteilnehmer, verstärkt auf entsprechende Verkehrszeichen zu achten und die Fahrweise anzupassen. Viele Frösche, Kröten und Lurche werden jedes Frühjahr beim Überqueren von Straßen überfahren. Um die Tiere zu schützen, haben ehrenamtliche Amphibien-Helfer mit Unterstützung der Bauhöfe und Straßenmeistereien Zäune an den Wanderwegen entlang der Straßen errichtet. Die Tiere werden von fleißigen Helfern eingesammelt und sicher über die Straße zu ihren Fortpflanzungsgewässern gebracht.

Weitere Informationen gibt es beispielsweise beim Nabu Pforzheim/Enzkreis per Mail an info@nabu-pf.de. Im Kreis Calw kann man hinsichtlich der Sammelgruppen bei Elfriede Mösle-Reisch von der Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz des Landratsamts Calw unter der Telefonnummer (07051) 160967 Auskünft bekommen.

Mehr lesen Sie am Samstag, 6. April, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.