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Musiker Samuel Harfst (rechts) begeistert mit Dirk Menger bei seinem Konzert in der Großglattbacher TSV-Halle mit Humor und Tiefgang die 180 Besucher. 

Er spielte schon im Vorprogramm von Whitney Houston: Samuel Harfst überzeugt bei Konzert in der Glabbicher TSV-Halle

Mühlacker-Grossglattbach. Bombastische Sounds und auf-wendige Bühnenshow? Fehlanzeige. Es waren die leisen, ruhigen Töne, die das Konzert von Samuel Harfst in der Großglattbacher TSV-Halle prägten.

Auf Einladung der Liebenzeller Gemeinschaft präsentierte der Musiker, der es schon ins Vorprogramm von Whitney Houston geschafft und als Straßenmusiker seine Laufbahn begonnen hat, gemeinsam mit Dirk Menger an Klavier und Cello unter anderem Lieder aus seinem letzten Album "Endlich da sein, wo ich bin."

"Es ist schön, wieder live spielen zu können", meinte Samuel Harfst an die rund 180 Besucher in der Glabbicher Sporthalle gewandt. Dass, der Corona bedingten, langen Bühnenabstinenz geschuldet, auch mal die eine oder andere technische Hürde zu meistern war und textlich improvisiert wurde, tat dem gelungenen Konzertabend keinen Abbruch. Denn Samuel Harfst überzeugte mit Authentizität, Tiefgang und Humor.

"Ich brauche jetzt für das gute Gefühl mal ein paar Lieder, die wir können", scherzte der Künstler nach kleineren Startschwierigkeiten und lieferte prompt: In "Anders als Du denkst", beschrieb Harfst, wie liebevoll, nahbar und mitfühlend Gott ist, während er in "Schön, dass Du da bist" die ruhige, verlässliche Vertrautheit einer langjährigen Beziehung schildert.

Leise Songs und tiefgehende Boschaften

Die alltäglichen menschlichen Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen – Harfst kennt sie alle und setzt sie in gefühlvolle, eindringliche Musik um. Seine leisen, stillen Lieder spiegeln in ihrer manchmal schon melancholisch anmutenden Schnörkellosigkeit und Einfachheit die Kernbotschaft des Künstlers wider:

"Der größte Fehler ist es, ständig das Glück zu suchen, anstatt zu verstehen, dass man es bereits hat."

Es gelte, den vermeintlich banalen Alltag mit seinen vertrauten und regelmäßig wiederkehrenden Abläufen als Luxusgut zu zelebrieren und wertzuschätzen.

"Wie wichtig das ist, merkt man oft erst dann, wenn man diesen Alltag verliert", so Harfst, der mit "Alles Gute zum Alltag" gleich das passende Lied anschloss. Selbstredend, dass zum Abschluss des Konzerts mit "Das Privileg zu Sein" auch einer von Samuel Harfsts bekanntesten Songs nicht fehlen durfte.

"Der Herr tut heute noch Wunder", schilderte der Künstler darin seine tiefe Überzeugung, dass sich die Präsenz Gottes auch in Dingen und Situationen manifestiert, die man gern übersieht oder als selbstverständlich betrachtet. "Jeder, der sich in diesem Sinne nicht wundert, hat die Welt noch nicht richtig angeschaut."