nach oben
Informieren über Straubenhardts Stand beim Thema Asyl (von links): „miteinanderleben“-Geschäftsführer Frank Kontermann, Jutta Bürkle-Hautsch vom Netzwerk Asyl, Oumorou Ousmane Asbat, Pfarrer David Gerlach sowie Bürgermeister Helge Viehweg, der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz und Angela Gewiese.  Falk
Informieren über Straubenhardts Stand beim Thema Asyl (von links): „miteinanderleben“-Geschäftsführer Frank Kontermann, Jutta Bürkle-Hautsch vom Netzwerk Asyl, Oumorou Ousmane Asbat, Pfarrer David Gerlach sowie Bürgermeister Helge Viehweg, der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz und Angela Gewiese. Falk
27.11.2015

Ernste Lage trifft auf großes Engagement: Informationsabend zum Thema Asyl in Straubenhard

„Wir haben uns in Straubenhardt nie die Frage gestellt, ob, sondern immer nur, wie wir Flüchtlinge unterstützen können.“ Mit diesen Worten begrüßte Straubenhardts Bürgermeister Helge Viehweg am Donnerstag die rund 300 Bürger in der voll besetzten Turn- und Festhalle in Feldrennach.

Gemeinsam mit dem Ersten Landesbeamten Wolfgang Herz, Pfarrer David Gerlach und Jutta Bürkle-Hautsch vom Netzwerk Asyl sowie Frank Kontermann, Geschäftsführer des Vereins „miteinanderleben“, und Angela Gewiese vom Landratsamt informierte Viehweg über den Stand der Dinge beim Thema Asyl. In der Gemeinde leben derzeit 95 Flüchtlinge, 24 davon bezogen erst am Mittwoch ihre Unterkünfte in Feldrennach und Conweiler. Weitere Fabrikgebäude in der Hauffstraße in Feldrennach und der Humboldtstraße in Conweiler würden gerade auf ihre Eignung geprüft, so der Bürgermeister. Auch das mittlerweile geschlossene Hotel „Bergschmiede“ im Holzbachtal sei vorgeschlagen worden. Viel hält Viehweg von dieser Unterbringung nicht, aber: „Die Not ist so groß, dass wir nahezu alles anbieten müssen.“

Dass die Lage ernst ist, machte auch Wolfgang Herz deutlich. „Wöchentlich kommen im Enzkreis 100 neue Flüchtlinge dazu“, so der Erste Landesbeamte. Eine Prognose sei nicht möglich, denn: „Das hängt nicht davon ab, was wir im Landratsamt tun, sondern wie sich die Situation in den Herkunftsländern entwickelt.“ Wenn der Zustrom so bleibe, wie bisher, hätten über den Jahreswechsel alle ein Dach über dem Kopf, aber: „Ab Mitte Januar fehlen uns etwa 350 Plätze.“

Ein Redner stach an dem Abend besonders heraus. Der 25-jährige Oumorou Ousmane Asbat floh vor etwa einem Jahr aus Togo, Afrika, nach Deutschland. Derzeit ist er im Holzbachtal untergebracht und wartet auf das Ergebnis seines Asylbewerberverfahrens. „In Straubenhardt habe ich keine Angst mehr“, so Asbat. Er fühlt sich wohl in der Gemeinde und ist bemüht, sein Deutsch weiter zu verbessern.

Viehweg lobte das Engagement der Straubenhardter: „Unsere Bürger beweisen täglich, warum Straubenhardt eine lebens- und liebenswerte Gemeinde ist.“

Leserkommentare (0)