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Ein trostloses Bild bietet der Mais auf den Feldern von Uwe Kiefer in Dürrn nach dem Unwetter in der vergangenen Woche. Die Blätter wurden zum Teil vom Hagel gespalten.
Ein trostloses Bild bietet der Mais auf den Feldern von Uwe Kiefer in Dürrn nach dem Unwetter in der vergangenen Woche. Die Blätter wurden zum Teil vom Hagel gespalten. © Lutz
02.09.2011

Erntebilanz im Enzkreis fällt durchwachsen aus

ENZKREIS. Bei der kreisweit abgeschlossenen Getreideernte mussten die Landwirte Ausfälle von 60 bis 70 Prozent auf schlechten Böden verkraften. Dies hängt auch mit dem problematischen Wetter dieses Jahres zusammen. So peilt Ulrich Hauser aus Eisingen über den Daumen.

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes tröstet sich aber damit, dass auf guten Böden so gut wie keine Einbußen zu verzeichnen waren und die Qualität immerhin beachtlich ist. "Im Durchschnitt, über alle Böden und Kulturen betrachtet, dürfte der Minderertrag 20 Prozent betragen", schätzt er. Er selbst habe zehn Prozent weniger Raps und zwanzig Prozent weniger Getreide von den Feldern geholt. Derzeit herrschten gute Bedingungen für die Bodenbearbeitung. In diesen Tagen erfolge die Raps-Aussaat.

Besonders hart getroffen hat es in der vergangenen Woche seine Berufskollegen im Bereich Ölbronn-Dürrn und Kieselbronn, weil dort ein Unwetter tobte und Hagel die Pflanzen platt machte. Uwe Kiefer in Dürrn betrachtet fassungslos seinen Mais und die Hirse: "Der Mais wurde zum Teil abgeknickt und die Blätter wurden vom Hagel gespalten. Die Hirse liegt auch auf dem Boden und ich weiß nicht, wie ich sie ernten soll." Er ist froh, dass er immerhin noch vor dem Unwetter sein Getreide unter Dach und Fach bringe konnte und bilanziert: "Gemessen an der Trockenheit im April und Mai bin ich mit 15 bis 20 Prozent weniger Ernte als sonst noch zufrieden und die Qualität war gut. Mit meinem Raps auf guten Böden hatte ich überhaupt keine Einbußen."

Das war bei Gerd Philipp in Neuhausen völlig anders. "Der Raps war relativ schlecht und hat bei mir am meisten gelitten. Der braucht in der Blüte viel Wasser und war recht durstig." Bis zu 30 Prozent weniger als in anderen Jahren muss er als Verlust verbuchen. Auf den Biethöhen gedieh stattdessen das Getreide ganz unterschiedlich. Der Weizen sei nur 25 bis 35 Zentimeter hoch geworden: "Dennoch war der Ertrag akzeptabel" und auch mit dem Proteingehalt sei er zufrieden. Über die Braugerste gerät er fast ins Schwärmen: "Wir haben eine tolle Braugerste geerntet, weil wir zum richtigen Zeitpunkt gedüngt hatten. In anderen Betrieben sah das nicht so gut aus." Dem Hafer habe dagegen das Wasser gefehlt: "Qualtiät und Ertrag waren enttäuschend." kn