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Die Kleine Garde des Narrenbundes Schellau entführte Bürgermeister Oliver Korz als Scheich in die Welt von 1001 Nacht. Foto: Fux
Glanzvoller Premierenauftritt: Prinzessin Sandra III (Heindke) ist neu im Amt und war schon in vielen Schellau-Gruppen aktiv. Foto: Fux
Setzten einen glanzvollen Höhepunkt – das doppelte Tanzmariechen Lisa Quessel (links) und Anika Schneider mit ihren GIs im Stil der 1950er-Jahre. Foto: Fux
20.11.2016

Eröffnungsprunksitzung des Narrenbunds Schellau: Zauberhaft und mit viel Gefühl

Schellau-Präsidentin Patricia Hoenke hatte in der proppenvollen Schwarzwaldhalle nicht zu viel versprochen, als sie zu Beginn der Eröffnungsprunksitzung „von einem tollen Abend fernab von Alltagssorgen“ sprach. Denn der Narrenbund Schellau startete mit einem stimmungsvollen Programm in die fünfte Jahreszeit. Multitalent Fabian Ochs streute als Moderator immer wieder Lokalkolorit ein: „Der unschöne Pforzheimer Christbaum kam aus Hamberg – Oliver Kahn war auch nicht schön und spielte trotzdem in der Nationalmannschaft“, meinte Ochs spitz. Obendrein schlüpfte er ungeniert als Stewardess in Frauenkleider und verdonnerte den Bürgermeister dazu, im Brandfall als Letzter die Halle zu verlassen.

Bildergalerie: Prunksitzung des Narrenbundes Schellau in Schellbronn

Zu einem Höhepunkt wurde Ochs’ ergreifende Abschiedshymne für Vizepräsident Michael Mühldräxler. Mühldräxler gibt sein Amt nach 16 Jahren auf. Lange Zeit organisierte er den Nachtumzug. Dies übernimmt nun ein Team. Vize wird Sandra Hehn, die zusammen mit Jaqueline Elgün dafür einige Trainerstunden im tänzerischen Bereich sausen lässt. Eine Kostprobe dessen, was beide Frauen bisher geleistet haben, präsentierte als Dankeschön zu Beginn die Mittlere Garde.

Mit Spannung erwartet wurde der Auftritt der neuen Schellau-Prinzessin. „Prinzessin Sandra die III. werde ich genannt und regiere ab heute das Schellauer Narrenland“, sagte Sandra Heindke, die bei den Hexen anfing, bei der Kleinen und Mittleren Garde aktiv war, sich eine Auszeit nahm und dann zu den Wolfstreibern kam. Klare Sache, dass all diese Gruppen den Auftritt der Prinzessin umrahmten. Doch Sandra Heindke ist nicht nur Prinzessin, sondern in diesem Jahr auch für den Orden mit verantwortlich. Dieser ziert die Bietschellen, die in dieser Kampagne dreimal elf Jahre alt werden und die Maske der Tanzteufel, die exakt elf Jahre jünger sind und ebenso Jubiläum feiern.

Da verwunderte es nicht, dass sich einige Narren aus Spaß mit dem Rollator schieben ließen, darunter Gründungsbietschelle Oliver Schwarz. Auch Nadine Mühldräxler, die zusammen mit Sandra Kaufmann die Tanzteufel ins Leben rief, verkleidete sich für ihre humorvolle Büttenrede als clevere Seniorin, die ihren Rollator tiefer- legen ließ. Ihre Mutter Eva Kocherscheidt und Andrea Boppenhausen bewiesen mit ihrem Auftritt, dass man als Senior noch Biss und Feuer haben kann.

In 1001 Nacht entführte die Kleine Garde, die Bürgermeister Oliver Korz als Scheich auf die Bühne holte. Das doppelte Tanzmariechen Lisa Quessel und Anika Schneider, umgeben von tänzerischen GIs im Stile der 1950er-Jahre, setzten in Petticoats einen Glanzpunkt. Hebefiguren, tolle Schlussformationen und pfiffig aufgearbeitete Märsche sind der Garant der Mittleren und der Großen Garde. Spaß machte es ebenso, dem Kleinen Tanzmariechen Malin Sayle zuzusehen, das mit einer Leichtigkeit Räder schlug, Brücken baute und sich im Spagat auf der Schellau-Bühne gelenkig und dennoch im Takt präsentierte. Eher mit toller Bühnenpräsenz überzeugte das große Tanzmariechen Lisa Glatthaar. Mit einem beeindruckenden Maskentanz erzählten die Schelle-Hexe ihren Kampf gegen den Wolf. Eine tolle Leistung, denn die Holzmasken sind schwer und das Sichtfeld zusätzlich verengt. Eine spektakuläre Horror-Show präsentierten indes die Wolfstreiber.