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05.02.2010

Erstes Spitzengespräch zum Stadtbahn-Ausbau

PFORZHEIM/ENZKREIS. In einem Spitzengespräch zwischen der Stadt Pforzheim und dem Enzkreis zum Thema Stadtbahn Ittersbach-Pforzheim verständigten sich Oberbürgermeister Gert Hager und Landrat Karl Röckinger auf das weitere Vorgehen. „Wir wollen den erfolgreichen Stadtbahnverkehr in der Region weiter ausbauen“, sagte Hager. Röckinger erklärte: „Alle Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, werden sorgfältig und zeitnah geprüft.“

Nachdem die Überlegungen für eine Stadtbahnverbindung von Ittersbach nach Pforzheim zu Beginn des Jahres neuen Schwung bekommen hatten, waren zunächst unterschiedliche Sichtweisen von Stadt und Landkreis deutlich geworden, vor allem zur Frage einer Trasse durch die Pforzheimer Innenstadt. „Ich habe die Aussagen zum schienengebundenen Verkehr im aktuellen Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Pforzheim mit Interesse gelesen“, so Röckinger. Der Landrat betonte aber gleichzeitig, dass ohne eine ernsthafte Prüfung einer Innenstadttrasse ein akzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Strecke nach Ittersbach sehr schwer zu erreichen sein dürfte.

Hager setzt weiterhin auf eine Taktverdichtung auf der bestehenden Strecke bis weiter nach Mühlacker und zusätzliche Haltepunkte: „Wir müssen alles daran setzen, den ÖPNV für die Menschen in Pforzheim und dem Umland noch attraktiver zu machen.“ Durch die neue Idee der Verlängerung bis nach Mühlacker sieht der Oberbürgermeister jetzt gute Chancen auf der bestehenden Trasse die Wirtschaftlichkeit zu erreichen.

Stadt und Landkreis wollen jetzt diese Lösungsansätze verknüpfen um damit auch die Chancen für eine Landesförderung zu erhöhen. „Ohne die finanzielle Unterstützung des Landes kann die Region den Ausbau des Stadtbahnverkehrs nicht schultern“, heißt es in einer Presseerklärung des Enzkreises. In diesem Punkt seien sich Röckinger und Hager einig. Beide würden dabei auf die Unterstützung der Landespolitik setzen.

In einem ersten Schritt soll jetzt eine kleine Expertenrunde aus Vertretern von Stadt- und Kreisverwaltung sowie der Schienenverkehrsunternehmen und Planungsbüros unter Leitung von Erstem Landesbeamten Wolfgang Herz die Vorschläge auf ihre Machbarkeit vorprüfen. Dies betrifft die Fortschreibung der Machbarkeitsstudie für die Strecke Ittersbach-Pforzheim ebenso wie die Taktverdichtung Pforzheim-Mühlacker in allen Varianten. Auch der Vorstoß der Gemeinde Keltern, die sich einen Stadtbahn-Anschluss wünschen, soll geprüft werden.

Ende April bis Anfang Mai wollen Hager und Röckinger zum großen „Stadtbahngipfel“ einladen. „Bevor wir in umfangreiche und teuere Untersuchungen investieren sind in den nächsten Wochen erst einmal die Fachleute gefragt. Dann können wir auch politisch entscheiden, wohin die Reise gehen soll“, erklären die beiden Verwaltungschefs in einer Pressemitteilung. (enz)