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Bürgermeister Jürgen Troll unterlag auch im zweiten Anlauf. Foto: PZ-Archiv
Bürgermeister Jürgen Troll unterlag auch im zweiten Anlauf. Foto: PZ-Archiv
Erst im nächsten Jahr wird über die Stellen der Vize-Leiterinnen für jeden Kindergarten entschieden. Das Thema wird im Rahmen der Haushaltsberatungen auf der Tagesordnung stehen. Foto: dpa/Archiv
Erst im nächsten Jahr wird über die Stellen der Vize-Leiterinnen für jeden Kindergarten entschieden. Das Thema wird im Rahmen der Haushaltsberatungen auf der Tagesordnung stehen. Foto: dpa/Archiv
10.08.2015

Es bleibt dabei: Derzeit keine Verbesserungen für Kita-Personal in Heimsheim

Geht es im Heimsheimer Gemeinderat um Machtspielchen – oder um ganz normale demokratische Abläufe? Darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen, nachdem Bürgermeister Jürgen Troll vor gut einer Woche zum zweiten Mal mit seinem Vorstoß gescheitert ist, Verbesserungen für die Kindergarten-Mitarbeiterinnen durchzusetzen. Konkret ging es darum, in jedem Kindergarten die Stelle einer Vize-Leiterin zu schaffen. Bisher ist eine Leiterin, deren Büro in der Zehntscheune ist, für alle Einrichtungen zuständig.

„Die Eltern wünschen sich auch einen Ansprechpartner vor Ort“, betont Bürgermeister Jürgen Troll. Auch die Erzieherinnen – 50 beschäftigt die Gemeinde insgesamt in ihren fünf Einrichtungen – hielten diese Änderung für wichtig. Deshalb wollte der Bürgermeister die erste Abfuhr im Gemeinderat nicht akzeptieren: Er kassierte den ablehnenden Beschluss und setzte eine erneute Sitzung zu diesem Thema an. „Als Bürgermeister kann man einer Entscheidung widersprechen, wenn man Nachteile für die Gemeinde befürchtet“, erklärt er diesen Schritt. Er habe gehofft, die Kritiker durch Argumente überzeugen zu können, so Troll. Sie hätten Zeit gehabt, erneut über die Sache nachzudenken. Aber es kam anders: Die Gemeinderäte blieben bei ihrer Meinung. CDU, Freie Wähler und UWV stimmten gegen den Vorschlag, SPD und Bürger für Heimsheim votierten dafür. Die erneute Ablehnung sei bei manchen Bürgern nicht gut angekommen, berichtet Troll über die Reaktionen. „Ich werde gefragt, ob es da nur um Machtspielchen geht.“ Außerdem hätten manche Menschen den Eindruck, „gewisse Leute“ wollten den Bürgermeister blockieren.

Die Gemeinderäte bewerten den Vorgang naturgemäß unterschiedlich: Während Gaby Wulff (BfH) „keinerlei Verständnis“ für die Ablehnung hat, spricht Ralf Rüth (CDU) von einer ganz normalen demokratischen Entscheidung und betont: „Wir sind keine Blockierer.“ Klar ist für beide Seiten, dass die strukturelle Änderung kommen wird – die Frage ist nur, wann. Die Befürworter wollten ab September Vize-Leiterinnen in jedem Kindergarten, die Gegner plädierten dafür, das Thema im nächsten Jahr anzugehen. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.