nach oben
Jens Rüdiger aus Ottenhausen gehört zu den Winzern in der Region, die auch Traubensaft anbieten. Das Produkt liegt bei einigen Kunden voll im Trend. Foto: privat
Jens Rüdiger aus Ottenhausen gehört zu den Winzern in der Region, die auch Traubensaft anbieten. Das Produkt liegt bei einigen Kunden voll im Trend. Foto: privat
23.08.2018

Es geht auch ohne Alkohol: Winzer-Traubensaft ist bei Kennern begehrt

Enzkreis/Landkreis Karlsruhe. Traubensaft aus dem Karton im Supermarkt kennt jeder. Das Zuckerwässerle hat allerdings wenig gemein mit dem, was man von einem süß-säuerlichen Fruchterlebnis erwarten möchte.

Echter Winzer-Traubensaft liegt seit einigen Jahren zunehmend im Trend. Zwar ist es nur ein Nischenprodukt, wie Monika Zerrer vom Weingut Vincon-Zerrer aus dem Oberderdinger Ortsteil Großvillars das Angebot einstuft, doch an Liebhabern des Naturerzeugnisses mangele es nicht. Überhaupt sei es ein Anliegen, auch Produkte ohne Alkohol anbieten zu können. Neben dem Traubensaft zähle dazu auch ein geschmackvoller, fruchtiger Traubensecco. Es gebe immer wieder gesellschaftliche Anlässe, bei denen Sekt kredenzt werde, so Monika Zerrer. Wer dann keinen Alkohol wolle, greife in der Regel auf einen x-beliebigen Orangensaft zurück. Mit dem alkoholfreien Traubensecco gebe es eine gute Alternative, sagt die Winzerin.

Beim Weingut Rüdiger aus dem Straubenhardter Ortsteil Ottenhausen mit Lagen im benachbarten Keltern blutete Jens Rüdiger anfänglich das Winzerherz. Einerseits sei völlig klar, dass er zur Qualitätsverbesserung eine Ertragsminderung durchführe, indem er kräftig Trauben wegschneide und zu Boden fallenlasse. Andererseits handele es sich dabei aber auch um eine Verschwendung an sich kostbarer Rohstoffe. Rüdiger dünnt seinen Müller-Thurgau um 30 Prozent aus. Von diesem Fallgut wird ein Winzer-Traubensaft auf weißer Beerengrundlage hergestellt. Rüdiger schwärmt von einer tollen Konstellation. Pressen könne er den Saft selber. Aber er nutze gerne die am Ort vorhandene Mosterei, die eine Bag-in-Box-Produktion ermögliche.

Die Bag-In-Box-Komponenten bestehen in der Region maßgeblich aus einem Innenbeutel aus einem Folienverbundmaterial und einer äußerlichen Umverpackung aus Wellkarton.

Kunden, so Rüdiger, hätten ihn auf die Marktlücke Winzer-Traubensaft aufmerksam gemacht. Der Saft verkaufe sich quasi von selbst. Die Konsumenten schätzten das volle Aroma und die Säure auf dem Gaumen. Die Abfüllung erfolge in die genannten Boxen. Jeder Winzer nutzt die vor Ort mögliche Technik: Beim Weingut Vincon-Zerrer etwa gibt es den Traubensaft in der traditionellen Flasche.

Mehr lesen Sie am 24. August in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.