760_0900_128535_PZ_18062021_Bild2.jpg
Mit vollem Körpereinsatz zeigt Josef Perkmann (links) den Teilnehmern des Sensenmähkurses das richtige Vorgehen.  Foto: Scheck 

Es ist noch lange nicht Sense: Kurs in Ispringen vermittelt Teilnehmern alte Mähkunst

Ispringen. Schwieriges Gelände, steile Hanglagen, Streuobstwiesen – eine Herausforderung für jeden Rasenmäher. Doch wie mäht es sich effektiv, schnell und dazu auch noch mit Trainingseffekt? Mit der Sense. Das praktische Werkzeug gehört längst nicht zum alten Eisen, gerade in schwierigem Gelände oder wenn es schnell gehen soll kommt es auch heute noch regelmäßig zum Einsatz.

Doch wie benutzt man die Sense richtig, welche Haltung ist die richtige und wie schleift man das Werkzeug? Antworten gab es beim Sensenmähkurs in Ispringen. Sechs Teilnehmer nahmen trotz hoher Temperaturen teil. "Vor allem für Insekten ist es das schonendste Mähverfahren", weiß Bernhard Fehrentz, auf dessen Initiative der Sensenmähkurs stattfand.

Er holte den Experten Josef Perkmann nach Ispringen, der ursprünglich aus Südtirol stammt und jede Menge Erfahrung mit dem Mähwerkzeug mitbringt. Er hat schon an zahlreichen Sensenmäher-Wettbewerben erfolgreich teilgenommen.

Training für den ganzen Körper

"Das Sensenmähen trainiert den ganzen Körper", so Perkmann. "Gemäht wird am besten morgens zwischen fünf und neun Uhr, da dann das Gras unten noch feucht ist und besser geschnitten werden kann", erklärte Fehrentz. Durch die Handsense entstehe ein gründlicher Schnitt und das Gras werde nicht gerissen wie bei einer Motorsense. Perkmann zeigte und erläuterte die richtige Haltung beim Mähen und erklärte die einzelnen Schritte.

"Man merkt es, wenn die Sense wieder geschliffen werden muss. Der Wetzstein muss dabei immer nass sein, nur so wird die Sense richtig scharf."

Josef Perkmann, Sensen-Experte

Dafür hat Perkmann einen Wetzsteinhalter am Gürtel, den er beim Mähen dabei hat und der den Stein feucht hält. Auch das Dengeln sei wichtig, da durch den Druck von Maschine oder Hammer das Material verdichtet werde und so eine dünne Schneide entstehe. Er zeigte den Teilnehmern die richtige Handhaltung und den Umgang mit dem Dengelhammer.

Teilnehmer sind von Sensen-Kurs begeistert

Nachdem die Teilnehmer ihre Sensen bearbeitet und mit dem Wetzstein geschärft hatten, ging es dann auf die Wiese zum tatkräftigen Ausprobieren. "Es gibt verschiedene Größen von Sensen. Kleinere Leute tun sich leichter mit einem kürzeren Modell", erklärte Perkmann. Es kommt auch auf die richtige Griffhaltung an. "Anfangs hatte ich als junger Mann regelmäßig Muskelkater im Bauch. Irgendwann ist man es jedoch gewohnt und trainiert".

In Streuobstwiesen kann man mit der Sense gekonnt nah am Baum arbeiten, diese Stellen sind für Rasenmäher schwer erreichbar. "Wir haben von meinem Vater einen Garten geerbt und bei den Geräten eine Sense entdeckt. Nun weiß ich wenigstens, wie ich diese verwenden muss", freute sich eine Teilnehmerin.