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Lebensmitteleinkauf mit schlechtem Gewissen: Die Sucht nach Essen bleibt Freunden oft viel zu lange verborgen. Betroffene brauchen Hilfe. Foto: pa/obs/Swr/umbreit
Lebensmitteleinkauf mit schlechtem Gewissen: Die Sucht nach Essen bleibt Freunden oft viel zu lange verborgen. Betroffene brauchen Hilfe. Foto: pa/obs/Swr/umbreit
11.02.2016

Essstörungen: Netzwerk „looping“ bietet Hilfe in Form von offenen „EssOEss“-Selbsthilfegruppen

Und plötzlich findet sie sich am Kühlschrank wieder: Unmengen an Essen verschlingt sie, versucht Gefühle wie Einsamkeit und Frustration einfach herunterzuschlucken. Jegliche Kontrolle ist für sie in diesen Momenten unmöglich. Bis zu 27 000 Kilokalorien kommen so an einem einzigen Tag zusammen – der Tagesbedarf von über zehn Tagen.

Die 51-jährige Petra (Name von der Redaktion geändert) ist süchtig nach Essen. Sie leidet unter der Binge-Eating-Störung, bei der Betroffene unter unkontrollierbaren Essattacken leiden. „Ich vergleiche mich oft mit einer Alkoholikerin, mein Alkohol ist das Essen“, erklärt sie. Seit 27 Jahren befindet sich die junge Frau bereits in Behandlung, hat zahlreiche Klinikaufenthalte hinter sich.

Mit der „EssOEss“-Gesprächsgruppe für Frauen des Netzwerks „looping“ hat sie nun die ideale Unterstützung für den richtigen Umgang mit der Krankheit im Alltag gefunden. Das Netzwerk „looping“ ist als Einrichtung der Verwaltung für die Gesundheitsförderung und Suchtprävention im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim zuständig. Mit dem Projekt Essstörungen hat man sich nun einem Thema gewidmet, dass zu etwa 95 Prozent Frauen betrifft. Offene Selbsthilfegruppen mit therapeutischer Begleitung für Mädchen, Frauen und Angehörige sollen Betroffenen die Möglichkeit geben, Erfahrungen auszutauschen, Entscheidungen zu treffen und Informationen über die Erkrankung zu sammeln.