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Peter Schöffler auf seiner Bank – der französischen, die nach dem Start beim Kurhaus als dritte auf dem Weg wartet. Dem Nachbarland fühlt sich Schöffler besonders verbunden. Bereits in den 1960er-Jahren habe er für die Naturfreunde in den Vogesen gemeinsame Zeltlager mit den Franzosen organisiert – als das Wort Freundschaft zwischen diesen beiden Nationen noch keine Selbstverständlichkeit gewesen sei. 

Europa-Rundwanderweg in Dobel – Besuchen Sie Europa, solange es noch steht...

Dem Europa-Rundwanderweg in Dobel geht es wie der EU selbst: Ein bisschen ist der Lack ab. 28 Sitzbänke – gestrichen in den Farben der Fahnen der 28 EU-Mitgliedsstaaten – warten entlang des 6,4 Kilometer langen Rundwanderwegs. Weil das Interesse an der Pflege und am Erhalt seit der Einweihung 2008 aber deutlich nachgelassen hat, gilt in Dobel, was die Neue-Deutsche-Welle-Band „Geier Sturzflug“ schon 1983 gesungen hat: „Besuchen Sie Europa, solange es noch steht...“

"Ich bin überzeugter Europäer – seit mehr als 50 Jahren", sagt Peter Schöffler. Der 79-jährige Dobeler hat den Europa-Rundwanderweg 2008 initiiert. Ein Zeichen der Völkerverständigung habe er damals setzen, etwas für die Dobler Spaziergänger tun und den Tourismus voranbringen wollen. Also hat er auf den Wegen um den Ort eine Runde geplant, rund 20 Bankpaten gesucht und mit ihnen zusammen in der Schulgarage in ehrenamtlicher Arbeit Sitzbänke entsprechend der Flaggen der EU-Mitgliedsstaaten lackiert. Die europäische Idee sei aber auch damals schon längst nicht bei allen – beispielsweise im Gemeinderat – gut angekommen, erinnert sich der ehemalige Werkzeugmacher und heutige Rentner. Von einem „Farbkasten im Wald“ und „Landschaftsverschandelung“ sei die Rede gewesen. Der damalige Bürgermeister Wolfgang Krieg habe aber hinter dem Plan gestanden und so wurde der „Weg auf den Weg gebracht“, schmunzelt Schöffler, der auch Mitglied der überparteilichen Europa-Union Karlsruhe ist.

Im Oktober 2008 wurde die Runde feierlich in großem Rahmen eingeweiht. 28 Sitzbänke bieten den Wanderern und Spaziergängern heute Rastmöglichkeiten auf der 6,4 Kilometer langen Runde – und Informationen zu den EU-Mitgliedsstaaten. Einige Stationen sind zudem mit landestypischen Werken aus einem Schulkunstprojekt geschmückt – die jedoch offensichtlich nicht für die Ewigkeit gemacht sind. An einigen hat mehr oder weniger deutlich der Zahn der Zeit genagt, „an einigen waren auch Vandalen aktiv“, sagt Schöffler.

Mehr lesen Sie am Samstag, 15. Juni in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Wer als Bankpate mit anpacken möchte, kann sich bei Peter Schöffler melden unter Telefon (07083) 524203.

Europa-Rundwanderweg Dobel

Der Europa-Rundwanderweg, der einmal um Dobel führt, ist 6,4 Kilometer lang. Entlang des Weges stehen im Abstand von einigen Hundert Metern regelmäßig Sitzbänke, die entsprechend der Flaggen der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union lackiert sind. Start und Ziel der Runde ist beim Westwegtor am Kurhaus, man kann aber auch überall sonst in die Wanderung einsteigen, die durch Wiesen und Wald führt und Ausblicke in die Rheinebene und über den Nordschwarzwald bietet. Aufkleber der Europafahne an Schilderpfosten weisen den Weg.

Die Tour ist weitgehend eben (119 Höhenmeter), führt größtenteils über gut befestigte Wege und ist als leicht einzustufen. Auch beispielsweise mit einem Kinderwagen sollte sie gut zu bewältigen sein. Etwa zwei Stunden sollte man dafür einplanen. Parkplätze finden sich beim Dobler Kurhaus, an der Horntannhalde am östlichen Ortseingang oder am Jägerbrunnen am Ende der Wildbader Straße Richtung Eyachmühle. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Dobel über die Linie 716 von Pforzheim und 719 von Bad Wildbad Richtung Bad Herrenalb zu erreichen.

Eine genaue Beschreibung der Wanderrunde und auch die GPS-Daten zur Tour finden sich unter dem Stichwort „Europa-Rundwanderweg-Dobel“ auf www.albtal-tourismus.de