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Für eine Umfahrung: 2003 diskutierte Boris Palmer, damals Verkehrsexperte der Grünen, in Bauschlott mit Anwohnern über den Verkehrslärm. Foto: Seibel, Archiv
Für eine Umfahrung: 2003 diskutierte Boris Palmer, damals Verkehrsexperte der Grünen, in Bauschlott mit Anwohnern über den Verkehrslärm. Foto: Seibel, Archiv
29.07.2016

Ewige Lärmbelastungen an der Bundesstraße in Bauschlott

Anwohner an der Bundesstraße durch den Neulinger Teilort Bauschlott hoffen seit rund zwei Jahrzehnten auf eine Umgehung. Lärm und Abgase von täglich etwa 16 000 Fahrzeugen belasten die Einwohner. 2003 kam Boris Palmer, damals verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag und heute Oberbürgermeister in Tübingen, nach Bauschlott und ließ die Idee aufleben, die Anwohner mit einem B294-Tunnel zu schützen. Die Planer des Landes fassen dagegen eine Umfahrung ins Auge – von der Pforzheimer Straße über die Ölbronner Straße zur B 294 nach Bretten.

So begehrt die Umgehung ist, so weit entfernt ist sie jedoch. Das Bundesverkehrsministerium hat das Vorhaben im Wegeplan 2030 in den vordringlichen Bedarf eingestuft. Hört sich gut an, besagt aber nur, dass die östliche Tangente für Bauschlott in einem prall gefüllten Topf ist. Die Gemeinde muss noch lange warten, bis das Projekt drankommt.

Als FDP-Landtagsabgeordneter Erik Schweickert aus Niefern jetzt beim Land nachfragte, wie gut die Chancen sind, schrieb ihm Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), der Bund müsse erst den Wegeplan beschließen, bevor sich das Land ans Werk machen kann.

Aber: Die Aussichten werden besser, wenn die Achse der Bundesstraßen von Bruchsal über Bretten und Bauschlott zur A 8 in Pforzheim zum Maßstab genommen wird – denn alle drei Kommunen sollen Umgehungen bekommen. Die neue Richtlinie für die Anlage von Landstraßen (RAL), die Experten für den Bund entwickelt haben, favorisiert Projekte für solche wichtigen Achsen wie die B 35 bei Bruchsal und Bretten mit der B 294 in Bauschlott. Doch die Richtlinie räumt den Planern eine lange Übergangszeit ein. Ende September will Schweickert in Bauschlott mit Bürgern über die Situation diskutieren.