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Das Kind im Manne: Dieter Kosslick als 18-Jähriger auf einer Rutsche. Als Botschafter wollte er seinem alten Kindergarten in Ispringen Gutes tun.  Foto: privat 
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Dieter Kosslick.  Foto: dpa 

Ex-Berlinale-Chef Dieter Kosslick zu Besuch in der Heimat

Ispringen. Gestern Israel, heute Ispringen: Dieter Kosslick (71) ist auch nach seiner Zeit als Leiter der „Berlinale“, der internationalen Festspiele Berlin, in der Welt zuhause – und doch zieht es ihn immer wieder zurück in die Heimat. Am späten Dienstagabend wurde er so von Jugendfreund Jürgen Schneider in Ispringen erwartet.

Dort wuchs Kosslick auf und lebte im Ort bis zum Abitur an der Fritz-Erler-Schule in Pforzheim 1969. Am Mittwoch besucht er um 14 Uhr seinen einstigen Kindergarten an der Nussbaumstraße. Dort hätte man ihn gerne als „Botschafter des Spielens“ begrüßt – samt Spielzeug für die Kinder, das ein solcher Abgesandter mitbringen darf. Doch was sich die Gemeinde erhofft hat, erfüllt sich zumindest im Moment nicht.

Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie in Nürnberg (DVSI) hatte die „Botschafter des Spielens“ aus der Taufe gehoben. „Sie alle vereint der Wunsch, den Wert des Spielens zu vermitteln und zu zeigen, wie wichtig Spielen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist“, so der Verband. Das sind bisher vor allem Politiker wie Andrea Nahles, Jens Spahn und Norbert Lammert, Günther Oettinger oder Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha. Zuletzt sollten auch andere Prominente mit einer „Botschafter-Urkunde“ bedacht werden – verbunden mit Geschenken an die von ihnen ausgewählte Kinder- oder Jugendeinrichtung. Auf Schriftstellerin Gaby Hauptmann sollte Dieter Kosslick folgen. In diesem Sinne hatte man Kontakt mit ihm und der Gemeinde Ispringen aufgenommen. Doch aus dem Rathaus hieß es jetzt, es komme nicht dazu, „da der Verband der Deutschen Spielwarenindustrie beschlossen hat, nur noch hochrangige politische Persönlichkeiten als Botschafter auszuwählen, die dann Spielzeug verschenken dürfen.“

Was nun? Der Termin in Ispringen wird stattfinden – wenn auch nicht so, wie geplant. Aber er soll später offiziell nachgeholt werden. Die PZ hat in Nürnberg nachgefragt. DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil sagte, der Name Kosslick sei intern genannt worden, aber dann wäre es im Sommer zu einem Wechsel in der Öffentlichkeitsarbeit gekommen. Derzeit arbeite man zudem an einer Neuausrichtung, was die „Botschafter des Spielens“ betrifft. Aber er könne zusagen, dass Ispringen zwar leider nicht jetzt, aber doch später vom Verband berücksichtigt werde.

Nach dem Kindergarten-Termin wird der Filmexperte Kosslick am Mittwoch um 18.30 Uhr in der Festhalle Ispringen einer öffentlichen Aufführung des Kinospielfilms „Im Schatten der Sonne“ beiwohnen, den die Dietlinger Jungregisseurin Britt Abrecht mit der Ispringerin Hannah Jasna Hess als Hauptdarstellerin gedreht hat. Beide sind ebenfalls vor Ort. Im Anschluss findet eine Aussprache statt.