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Als Gießereiunternehmer und Kulturschaffer hat Till Casper nicht nur in Remchingen Spuren hinterlassen. Heute feiert er bei guter Gesundheit seinen 80. Geburtstag. Foto: Zachmann
Als Gießereiunternehmer und Kulturschaffer hat Till Casper nicht nur in Remchingen Spuren hinterlassen. Heute feiert er bei guter Gesundheit seinen 80. Geburtstag. Foto: Zachmann
24.06.2018

Ex-IHK-Präsident Till Casper aus Nöttingen wird 80 Jahre alt

Remchingen-Nöttingen. Von altem Eisen kann in der Nöttinger Gießerei Casper mitnichten die Rede sein: Wenn Seniorchef Till Casper am Montag seinen 80. Geburtstag feiert, tut er das bei guter Gesundheit und vollem Elan.

Frühmorgendliche Gymnastik und Lauftraining halten hin fit. Trotzdem steht zum Jubeltag eine wichtige Veränderung an: Till Casper wird die Geschäftsführung des Familienunternehmens komplett an seinen Sohn Felix und damit an die siebte mit dem Gießereiberuf verbundene Generation übergeben.

„Wir haben ein sehr gutes Vater-Sohn-Verhältnis und die Gießerei ist bei Felix, der seit über zehn Jahren gemeinsam mit mir Geschäftsführer ist, gut aufgehoben“, stellt der Jubilar fest, dem es nicht langweilig wird. Schließlich warten neben den Enkeln Larissa (9), Katharina (7) und Johannes (6) eine ganze Reihe an Ehrenämtern.

Wichtige Ämter inne

Nach dem Keplergymnasium und seiner Jugend in Pforzheim, wo die Witzenmann-Familie wie ein zweites Elternhaus war, zog ihn das Studium der Eisenhüttenkunde nach Aachen. Nach erlebnisreichen Wanderjahren, unter anderem für die IBM, kam er zurück zur 1954 nach Nöttingen umgesiedelten Gießerei. Casper war rund 20 Jahre Vorsitzender des Landesverbands der Gießerei-Industrie, gut 30 Jahre Verwaltungsrat der Kreissparkasse, davon sieben Jahre im Kreditausschuss, elf Jahre Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung Nordbaden (nach wie vor Wirtschaftsrat), 13 Jahre Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald und von 2000 bis 2006 als Präsident des Industrie- und Handelskammertags Baden-Württemberg regelmäßig auf Tour mit den Ministerpräsidenten Teufel und Oettinger: „Das Engagement für die IHK war mir wichtig, weil sie alle Interessen der Wirtschaftsregion vertritt – ob Buchhändler oder Maschinenbauer.“ Noch heute sitzt er im Landesverband der Industrie sowie im Beirat der Kunststiftung Baden-Württemberg und des BDI-Kulturkreises, außerdem bereichert er das Kuratorium des Berliner Humboldt-Forums, die Akademie der Künste, seit Kurzem sogar als einziger Badener den Beirat des Landesmuseums Württemberg.

Das alles neben der Gießerei, die er unter dem Slogan „Weiße Gießerei im Grünen“ mit Arbeitsplatz- und Umweltbewusstsein und dank des technischen Geschäftsleiters Hans-Joseph Lücking gleich durch zwei schwere Wirtschaftskrisen lotste. Schwer war auch die Zeit nach dem Tod seiner an Krebs erkrankten Tochter Felicitas. „Trotz alledem hatte ich immer sehr viel vom Leben“, stellt der Träger der baden-württembergischen Wirtschafts-, Verdienst- und der Stauffer-Medaille fest, der ebenso wie seine Frau Barbara, Buchhändlerin und Vorsitzende der Musik- und Kunstschule Westliche Enzkreis, als rühriger Kulturschaffer in Remchingen Spuren hinterlassen hat.

Als CDU-Gemeinderat (1975-89) und Fraktionssprecher kämpfte er für die Kulturhalle, an der wie an anderen Ortsplätzen Casper-Kunstgüsse für Gesprächsstoff sorgen. Und Geschenke? Die widmet Casper in Form von Spenden dem Verein „ObenAuf“ zur Förderung der musischen Jugendbildung im Nordschwarzwald.