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Revierleiter Simon Mades (von rechts) mit Königsbach-Steins Bürgermeister Heiko Genthner und dem stellvertretenden Enzkreis-Forstamtsleiter Andreas Roth im Distrikt Rittenhardt an der Kohlplattenlinie. An der dortigen Sammelstelle ist der Windwurf platziert worden, da er anfällig für Borkenkäferbefall ist. Das nutzbare Stammholz wird verkauft, die Reste einschließlich der Baumspitzen, die voller Insekten sind, kommen in den Schredder. Fotos: Marx
Revierleiter Simon Mades (von rechts) mit Königsbach-Steins Bürgermeister Heiko Genthner und dem stellvertretenden Enzkreis-Forstamtsleiter Andreas Roth im Distrikt Rittenhardt an der Kohlplattenlinie. An der dortigen Sammelstelle ist der Windwurf platziert worden, da er anfällig für Borkenkäferbefall ist. Das nutzbare Stammholz wird verkauft, die Reste einschließlich der Baumspitzen, die voller Insekten sind, kommen in den Schredder. Fotos: Marx
18.05.2017

Exkursion in den Wald: Borkenkäfer und Lurchi auf der Spur

Enzkreis/Königsbach-Stein. Diese Vermehrungsrate hat es in sich: Aus einem Borkenkäfer im Frühjahr können 100 000 Exemplare bis zum Herbst erwachsen.

Diese Populationsexplosion haben Förster im Hinterkopf, wenn sie sich rechtzeitig auf den langen Weg machen, um Windwürfe in einem Revier an einer Sammelstelle zusammenzuführen. Die Idee hinter dieser Aktion ist einleuchtend: Trotz der zeit- und arbeitsintensiven Maßnahme, rechnet sich der Aufwand. Geschwächtes und am Boden liegendes Holz ist besonders anfällig für Käferbefall, also wird es fortgeschafft, an einer Stelle gesammelt und verwertet. So kann man den Plagegeist des Waldes, den Borkenkäfer, einigermaßen in den Griff bekommen. Eine dieser Sammelstellen befindet sich auf Markung Königsbach-Stein im Distrikt Rittenhardt an der Kohlplattenlinie.

Dort demonstrieren Revierleiter Simon Mades und der stellvertretende Enzkreis-Forstamtsleiter Andreas Roth im Beisein von Bürgermeister Heiko Genthner bei der aktuellen Waldexkursion der „Pforzheimer Zeitung“ die Sinnhaftigkeit der beschriebenen Vorgehensweise. Doch auch viele anderen Gefahren im Wald müssen die Förster begegnen. Klimawandel und Globalisierung bilden eine enorme Herausforderung, wie die Experten unterstreichen. Tagelang gesperrt war kürzlich beispielsweise in Abstimmung mit der Verkehrsbehörde die Straße zwischen Stein und Bauschlott. Rund 500 Festmeter Eschen auf einer Länge von etwa zwei Kilometern wurden entlang der Trasse Richtung Stein entfernt. Das, so Roth, sei notwendig gewesen, weil man der Verkehrssicherungspflicht habe nachkommen müssen. Tatsächlich habe an mehreren Stellen die Gefahr bestanden, dass Astwerk auf die Straße falle.

Doch warum ging die Bedrohung nur von den Eschen aus? Mades erklärt: Ein aus Asien eingeschleppter Pilz löse ein Eschentriebsterben aus. Das Astwerk verdorre, werde brüchig und sorge für ein Absterben dieser Baumart. In drei Arbeitsgruppen, bestehend aus kommunalen Forstarbeitern sowie zwei Unternehmergruppen, sei man daher in vier Tagen den betroffenen Eschen entlang der Straße zu Leibe gerückt.

Wie Artenschützer und Forstwirte gut zusammenarbeiten können, zeigt sich an einem Projekt im Steiner Forst. Beim Vor-Ort-Termin mit Uwe Schmidt vom Naturschutzbund aus Bretten wird im Distrikt Birkig klar, dass die Sanierung von Holzrückegassen verbunden werden kann mit dem Anlegen von Gewässerbiotopen am Wegesrand. In einigen der Tümpel tummeln sich mittlerweile zahllose Quappen, hinzukommen zierliche Molche und Salamander. Sofern Wildschweine und Reiher ein Einsehen haben, werden die Tümpel demnächst zu Ausgangspunkten für viel neues Leben im Wald.