nach oben
04.05.2010

Explosion versetzt Nachbarhaus um mehrere Zentimeter

STRAUBENHARDT. Die Explosion eines Hauses im Straubenhardter Holzbachtal hat der 54-jährige Mieter wohl nicht überlebt. Unter den Haustrümmern fand man ein völlig ausgebranntes Auto mit einer verkohlten Leiche darin. „Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand kann davon ausgehen werden, dass es sich dabei um den Hausbewohner handelt“, erklärt Polizeisprecher Frank Otruba. Wenige Stunden nach der Explosion wäre eine Zwangsräumung angesetzt gewesen.

Bildergalerie: Brand und Explosion im Holzbachtal

Bildergalerie: Explosion im Holzbachtal: Ausmaß der Zerstörung

„Für den Vormittag war nach einem Urteil des Landgerichts Karlsruhe die Zwangsräumung des jetzt zerstörten Hauses angesetzt“, informiert Robert Drotleff, Anwalt des Hauseigentümers. Als Grund nennt der Anwalt hohe Mietrückstände. Sein Mandant habe mehrmals während des einjährigen Rechtsstreits versucht, sich mit dem Mieter zu einigen. „Er hat ihm sieben Monate Mietfreiheit angeboten und wollte auf die aufgelaufene Mietforderung verzichten, wenn er aus dem Haus auszieht“, erklärt Drotleff. Doch er habe nicht gewollt.

Jörg Rausch steht in seiner der Hausruine gegenüberliegenden Garageneinfahrt. Immer wieder klingelt sein Handy. Nachdem sich die Nachricht von der Hausexplosion schnell verbreitetet hat, erkundigen sich Angehörige und Freunde um sein Wohlergehen. Sowohl er als auch die anderen Nachbarn sind trotz teils erheblicher Beschädigungen an den Gebäuden mit dem Schreck davongekommen. „Ich war wohl der letzte, der den Hausbewohner vor der Explosion durch die hell erleuchteten Fenster gesehen hat“, berichtet er.

Um 0.45 Uhr war Rausch von der Arbeit nach Hause gekommen und saß am Computer als es „kurz vor 2 Uhr einen Riesenschlag getan hat und die Fensterscheibe splitterte.“ Der junge Mann hatte sich zunächst in den hinteren Gebäudeteil geflüchtet und habe wenig später wieder nach vorne aus dem Fenster geschaut. Dort sah er das über der Straße gelegene Nachbargebäude nicht mehr, sondern nur noch Rauch und Flammen. In der Zwischenzeit hatte bereits eine Nachbarin die Feuerwehr alarmiert.

Die 97 Einsatzkräfte aus Straubenhardt, Neuenbürg und Keltern waren bis in die Morgenstunden im Einsatz und konnten ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude verhindern. Da es in dem abgelegenen Tal keine Hydranten gibt, musste die Feuerwehr die Wasserversorgung durch den vorbei fließenden Bach und zwei nahe Weiher sichern. Das Rote Kreuz betreute die Anwohner und verpflegte die Feuerwehrmänner.

Bis auf das direkt an das zerstörte Gebäude angrenzende Haus mussten keine Gebäude evakuiert werden. Dessen Bewohner, ein Unternehmer, braucht allerdings nun neue Wohn- und Geschäftsräume, da das Haus einsturzgefährdet ist. „Es wurde durch die Druckwelle um mehrere Zentimeter versetzt“, beschreibt er. Die Gemeinde habe ihm eine Wohnung angeboten, aber eigentlich suche er etwas Größeres mit Garten für seinen Hund, erklärt der Unternehmer immer noch ein wenig fassungslos. Über eine Art Brücke hatte die Feuerwehr in der Nacht auf seine Bitte hin das Tier aus dem fast zerstörten Treppenhaus geholt.

„Der Feuerschein nach der Explosion war noch vom höher gelegenen Kreisverkehr in Conweiler aus zu sehen“, berichtet ein junger Feuerwehrmann noch am Vormittag bei den Aufräumarbeiten unter dem Eindruck der Zerstörungsgewalt der Explosion.

Feuerwehr und Polizei waren bis in die frühen Nachmittagstunden vor Ort. Die K 4550 war bis 12 Uhr gesperrt.