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Die Polizei sperrte ein Calwer Gewerbegelände am Montag nach dem Fund verdächtiger Gasflaschen großräumig ab. Die Flaschen scheinen gestohlen worden zu sein.
Die Polizei sperrte ein Calwer Gewerbegelände am Montag nach dem Fund verdächtiger Gasflaschen großräumig ab. Die Flaschen scheinen gestohlen worden zu sein.
22.08.2017

Explosiver Diebstahl: Gasflaschen waren entwendet worden

Calw. Für riesige Aufregung hatten die verdächtigen Gasflaschen am Montag beim ehemaligen „Bauknecht-Areal“ schon gesorgt (die PZ berichtete). Gas war aus ihnen ausgetreten. Die Polizei hatte eine Explosionsgefahr nicht ausschließen können und zwei Discount-Märkte, eine Großbäckerei und Wohngebäude in der Nachbarschaft evakuiert. Auf dem gesamten Areal waren rund 100 Menschen betroffen. Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass die auf dem Gelände abgestellten Gasflaschen zuvor am Wochenende von einem Firmengelände in Calw-Stammheim gestohlen worden waren.

Nach Auskunft des Geschädigten seien fünf der insgesamt zehn entwendeten Flaschen leer gewesen, meldete gestern das Polizeipräsidium Karlsruhe. Der Wert des Diebesguts liege bei rund 1000 Euro. Weitere Ermittlungen des Kriminalkommissariats Calw dauerten an.

Lob für Einsatzkräfte

„Ruhig und besonnen“ sei die Polizei in die Filiale gekommen, betont eine Discounter-Mitarbeiterin den Einsatz am Montagnachmittag. Die Beamten hätten erklärt, dass der Markt geräumt werden müsse. Selbst habe man dafür durch Personaleinsatz an den Kassen dafür gesorgt, dass Kunden ihren Einkauf noch erledigen konnten und trotzdem zügig nach draußen gelangten.

Um 15.02 Uhr hatte die Mitarbeiterin selbst als letzte Person das Gebäude verlassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich längst ein blau blinkender Ring aus Polizei- und Feuerwehrwagen rund um das ehemalige Bauknecht-Areal gezogen. Ein Arbeiter hatte die Einsatzkräfte alarmiert, nachdem er auf die zehn Flaschen gestoßen war, aus denen zum Teil Propangas ausgetreten sei. Insgesamt waren 45 Feuerwehrleute, 47 Kräfte der Rettungsdienste und 22 Polizisten im Einsatz gewesen. „Wir konnten nicht ausschließen, dass es zur Explosion kommt“, so Polizeisprecher Ralf Minet, der eine Katastrophe durchaus für denkbar hielt: „Wir haben uns auf schlimmere Dinge eingestellt.“

Wer die Gasflaschen dort abgestellt hat und ob er dies in böser Absicht getan hat, weiß die Polizei noch nicht. Kriminaltechniker haben schon am Montag das Areal untersucht. Hinweise an die Kriminalpolizei sind unter der Rufnummer (0721) 9 39 55 55 möglich.

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