nach oben
SEK-Kräfte haben im Waldpark in Eisingen einen 48-jährigen Mann festgenommen, der mit Schusswaffen Frau und Kind bedroht und auch seinen Freitod angekündigt haben soll. Vorsichtshalber waren auch Rettungskräfte vom Deutschen Roten Kreuz vor Ort.
SEK-Kräfte haben im Waldpark in Eisingen einen 48-jährigen Mann festgenommen, der mit Schusswaffen Frau und Kind bedroht und auch seinen Freitod angekündigt haben soll. Vorsichtshalber waren auch Rettungskräfte vom Deutschen Roten Kreuz vor Ort. © Thomas Meyer
06.10.2014

Familie bedroht: Eisinger Waffenbesitzer war betrunken - Von SEK überwältigt

Eisingen. Sind Waffen bei einem Familienstreit im Spiel, ist das ein Fall für eigens dafür ausgebildete Polizeiexperten. Dann kommt das Spezialeinsatzkommando (SEK) ins Spiel. Der jüngste Eisinger Fall ging am Sonntagabend gegen 20.10 Uhr glimpflich aus. Ein Mann, der nach einem familiären Streit mit Gewalt gegen seine Partnerin und auch gegen sich selbst gedroht hatte, und in dessen Wohnung Schusswaffen waren, hatte sich dem anrückenden Spezialeinsatzkommando der Polizei widerstandslos ergeben.

Die Lebenspartnerin konnte mit ihrer Tochter die Wohnung noch vor dem Einschreiten der Polizei unverletzt verlassen. Solch glücklichen Umstände gibt es nicht immer. Im Eisinger Waldpark hatte der große Einsatz von Polizei, SEK, Notarzt und Rettungswagen, die vorsorglich hinzugezogen worden waren, für Aufsehen und Schaulustige gesorgt. Die Polizei betonte aber am Montag, dass während des Einsatzes eine Gefährdung Unbeteiligter ausgeschlossen gewesen sei.

Der Mann, dem ein Verfahren bevorsteht, weil er seine Waffen illegal in der Wohnung gehabt habe, habe sich freiwillig in stationäre ärztliche Behandlung begeben, sagte Fritz Bachholz, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe auf Anfrage. Er habe mehr als zwei Promille Alkohol im Blut gehabt.

Für die Polizei sind Einsätze, bei denen sie im Ungewissen ist, was sie hinter einer verschlossenen Tür erwartet, knifflig. In der Vergangenheit sind bei privaten Streitereien herbeigerufene Beamte immer mal wieder attackiert worden. In Karlsruhe war 2010 ein Mann mit einem Beil im Flur auf einen Polizisten losgegangen, in Karlsbad hatte ein Mann 2003 sogar zur Motorsäge gegriffen. Wenn die Polizei weiß, dass bei familiärem Streit Gewaltandrohungen und Waffen im Spiel sind, ist das ein Fall für ein Spezialeinsatzkommando. „Die Kollegen schöpfen dabei aus einem Erfahrungsschatz von Hunderten Fällen“, sagt Roland Fleischer, Sprecher des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen.

Ziel der besonders taktisch geschulten und ausgebildeten Spezialisten sei es, eine Bedrohungslage „so unspektakulär wie möglich zu lösen“, so Fleischer. Einsätze wie derjenige in Eisingen seien für SEK-Beamte schlicht ein Stück normaler Polizeialltag.