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Bei Rumpelstilzchen am Feuer: Thomas Ocker und Enkel Benjamin (vorne rechts), Mike Hruby und Anjetta Giannotte mit Giulia und Valentino (dahinter). Foto: Molnar
Bei Rumpelstilzchen am Feuer: Thomas Ocker und Enkel Benjamin (vorne rechts), Mike Hruby und Anjetta Giannotte mit Giulia und Valentino (dahinter). Foto: Molnar
10.10.2016

Fantastische Zwergenwelten: Familienausstellung im Schloss Neuenbürg

Wer kennt es nicht, das Glasmännlein aus dem „Kalten Herz“? Der Waldgeist aus Wilhelm Hauffs Märchen, der Sonntagskindern Wünsche erfüllt und im Schloss Neuenbürg schon lange anzutreffen ist, gehört genauso zu den Zwergen wie die fleißigen Heinzelmännchen, Meister Eders Pumuckl oder das Sandmännchen mit seinem Abendgruß. In der märchenhaften Familienausstellung „Zwergenwelten“, die am Sonntag im Schloss Neuenbürg mit zahlreichen Gästen eröffnet wurde, können Besucher den vielfältigen Lebensräumen nachspüren.

An mehreren liebevoll eingerichteten Stationen sind Wald-, Haus- oder Bergzwerge dargestellt, auch Feen und Elfen können durch eine Blumenwand mit Gucklöchern entdeckt werden. Dass es weit mehr gibt, zeigt das große „Lexikon der Zwerge“ an der Wand im ersten Raum. Dort ist nachzulesen, was beispielsweise Hohomännchen, Boggarts oder Kruzimugeli sind. Gleich von den Jüngsten ausprobiert wurden die Knöpfe unterhalb einer Europa-Karte, die zeigt, wo etwa Trolle leben. Oder das begehbare Schneewittchenhaus im letzten Raum, wo nach Herzenslust gespielt werden kann. „Die Zwerge sind überall“, hatte Museumsleiterin Saskia Dams nicht zu viel versprochen. In Vitrinen sind sie auf Spielkarten zu finden, in Gestalt von kleinen Musikern oder auch als Ma-troschkas. Gulliver taucht als Riesen-Playmobil-Figur auf – bei seiner nachgestellten Ankunft auf Liliput. Selbst im Alltag treiben die Gnome ihr Unwesen, verstecken sich im Fruchtzwerg oder Koboldstaubsauger. Die meisten Exponate stammen von der Kölner Sammlerin Christa Becker. Zudem sind fast 40 Original-Illustrationen des Niederländers Rien Poortvliet zu sehen, dessen „Großes Buch der Heinzelmännchen“ zum Bestseller wurde. Einige historische Schulbandbilder hat das saarländische Schulmuseum Ottweiler geliehen. Damit sich Kinder verwandeln können, hat die Märchenbeleuchtung Dennach rote Zipfelmützen zur Verfügung gestellt; auch Prinzessinnenkleider liegen bereit. In der „Schneiderwerkstatt der Heinzelmännchen“ kann in Büchern gestöbert, hinter dem Lagerfeuer von Rumpelstilzchen Stroh zu Gold gesponnen werden. „Wenn das Stroh ausgeht, liefern wir nach“, versprach Bürgermeister Horst Martin. Mit ihrem „Zwergen-Rap“ – „Unser Chor, geht ins Ohr“ stimmten die Vorschüler des Kindergartens Buchberg – die „Zwergenburg“ – auf die Ausstellung ein.