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Piratenspektakel der Großen Garde auf der Bühne in Neuhausen. Foto: Fux
Ende als Sitzungspräsidenten-Duo: Sebastian Beer (links) macht Pause und Christian Lutz hört auf. Foto: Fux
Neues Prinzenpaar: Brigitte II. und Udo I. (Raible). Ihr reiferes Alter überrascht das Publikum. Foto: Fux
13.11.2016

Fasching in Neuhausen: Hau-Hu bricht mit Traditionen

Neuhausen. Normalerweise ist das Neuhausener Prinzenpaar jung und fesch und die Sitzungspräsidenten Christan Lutz und Sebastian Beer führen in einer vollen Halle durch einen stimmungsvollen Abend. In diesem Jahr ist es anders. Der Fastnachtsverein Hau-Hu hat in seiner Eröffnungsprunksitzung mit etlichen Traditionen gebrochen.

Dem Hau-Hu sind nicht nur die Sitzungspräsidenten abhandengekommen – Christian Lutz hörte nach acht Jahren auf, Sebastian Beer, so hofft Präsidentin Petra Leicht, pausiert nur – und das Prinzenpaar Brigitte II. und Udo I. (Raible) ist in einem reiferen Alter. Außerdem brauchte das Programm bis es in Fahrt kam. Aber spätestens nach dem Auftritt der Mittleren Garde und ihrem tollen Marsch auf Andreas Gabaliers Hit „Hulapalu“, den das Publikum mit Zugaberufen quittierte, ging die Post ab. Dem standen „D´Jonge Hexe“ als Tanzmäuse und Boygroup im Stile der 1990er Jahre in nichts nach, denn die Choreografien, Tanzschritte, Mimik und Gestik ließen die Zuschauer dahinschmelzen.

Bildergalerie: Fasching in Neuhausen: Hau-Hu bricht mit Traditionen

Witze mit Lokalkolorit

Für einen Höhepunkt sorgten Katharina und Christian Lutz, Tanja Hochstein, Walter Bayer, Valentin Kuhnle und Sebastian Beer, die ihr Holzmacher-Seminar mit reichlich Lokalkolorit würzten und dies genau dort abhielten, wo das Holz gebraucht wird. Denn seit einem dreiviertel Jahr ist in der Halle die Heizung defekt. Die Gruppe glossierte ebenso die heimische Bankenfusion, Neuhausener Sperrungen und Umleitungen, die zum Bankrott von Geschäften führen, denn der Metzger hätte keine Lauf-, nur Fahrkundschaft. Und auch der Friseur schneide nach dem neuen Slogan: „Drive In, schneid’s raus“ aufgrund des Verkehrsstaus nun die Haare seiner Kunden auf dem Beifahrersitz. Als sie dann noch „Lemon Tree“ als um getexteten Hozfällersong präsentierten und Valentin Kuhnle perfekt den Dialekt eines Ostdeutschen nachahmte, der wie Christian Lutz keine Ahnung vom Holz machen hat, blieb kein Auge trocken. Die Besucher jubeln besonders, als sie Lutz und Beer in Aktion sehen.

Christian Lutz wird für sein Engagement als ehemaliger Sitzungspräsident von Präsidentin Petra Leicht mit der „Eule“ ausgezeichnet, Videoeinspielungen erinnern an frühere Auftritte. Beer erhält nur einen Pausensnack, denn noch hofft Leicht, dass er im Februar wieder als Sitzungspräsident auf der Bühne steht. Bis dahin übernehmen Tanja Hochstein, Katharina Lutz, Valentin Kuhnle und Walter Bayer als Moderatoren sein Geschäft.

Nostalgisch wurde es bei der Präsentation des Prinzenpaars, denn zwei Putzfrauen und zwei Elferräte stöberten im Fundus des Hau-Hu und fanden Altbewährtes. „Lieber würzig mit 40 als ranzig mit 20“, kokettierte Prinz Udo I. mit seinem Alter. Seine Brigitte ist ein Schwarzwaldmädel und bei den „Vogelscheuchen“ aktiv.

Für eine Überraschung sorgten auch Melissa Seeger und Celine Raible, die als die Voice-Stimmen des Fastnachtsvereins Hau-Hu Stimmung machten. Tanzmariechen Lisa Carl und Nelly Staude wirbelten im Doppelpack über die Bühne und thematisierten szenisch und tänzerisch Computerspiele. Die Kleine Garde entführte in die märchenhafte Welt des Drachen Tabaluga. Die Große Garde ließ als Piraten Seemannsstimmung aufkommen. Theo Pfeffinger setzte auf Witze und Lisa Wittke und Reinhold Bayer ließen nichts Gutes an US-Präsident Trump.