nach oben
Auch in Schellbronn wurde zum Saisonabschluss nochmal ordentlich gefeiert. © Keller
28.02.2017

Faschingsdienstag in der Region: Hexen geht es an den Kragen

Auch am Fastnachtsdienstag ging’s beim zweiten Fasnetsumzug des Narrenbundes „Kakadu“ mit über 40 Wagen und Gruppen in den Bilfinger Gassen erneut hoch her. Die Respekt einflößenden, ausgelassenen Schildwachhexen hatten nochmals ihren Spaß mit den Zuschauern. Angetrieben wurde ihr Narreneifer von der Oberhexe.

Bildergalerie: Singener Narrembaum brennt : Remchinger Faschingsgruppen nehmen Abschied von der närrischen Zeit

Von ihrem Sitz hoch auf dem Hexenwagen hatte sie alles im Blick und konnte ihre Geheimbefehle geben. Doch ihre Herrlichkeit war wenige Stunden später endgültig vorbei. Es gab zwar noch am frühen Abend ein Hexen-Open-Air mit buntem Narrentreiben auf den Dorfplatz „Helle Platt“. Doch dann kündigte der traditionelle Fackelzug mit Musik von der Hellen Platt zum Richtplatz vor der Kämpfelbachhalle das Hohe Narrengericht an. Der Scharfrichter vollstreckte das Todesurteil. Die Oberhexe ging in Flammen auf.

Bildergalerie: Hexenverbrennung in Schellbronn

Unbesiegbar schien Ersingens böse Oberhexe noch am Rosenmontag. Doch am Dienstag wendete sich das Blatt: Sie wurde verhaftet und zur Hohen Narrengerichtsbarkeit auf den Dorfplatz vor das Rathaus gebracht, wo schon eine Menge närrischen Volkes versammelt war. Der Stab wurde über ihr gebrochen und die Hexe zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

Bildergalerie: Hexenverbrennung der KG Fledermaus in Ersingen

Petrus muss wohl ein Faschingsfreund gewesen sein, dem es wie den Klemmern aus Gräfenhausen schwerfällt, sich zu verabschieden von einer tollen Kampagne, denn anders war der einsetzende Schneeregen nicht zu deuten. Wetterbedingt hatten daher die Klemmer die Hexenverbrennung zeitlich vorgezogen. Klemmer-Vizepräsident Thomas Gänger brachte zum Ausdruck, dass die Hexenverbrennung zum Ende der Kampagne gehört und dadurch symbolisch der Winter verabschiedet wird. Im Kirschengäu freue sich das Ameisenvolk nun auf den Frühling.

Bildergalerie: Faschingsausklang, Hexenverbrennung und Feuerwerk beim Narrenbund Kakadu Bilfingen

Die Jonge Hexe des Neuhausener Fastnachtsvereins Hau-Hu fackelten nicht lange und entzündeten den Holzstoß, so dass die Hexenfigur bald von Flammen umgeben war. Gerade noch rechtzeitig kam der Bus mit einigen Bietschellen von einem Umzug zurück, so dass deren Schellengeläut die Trauerfeier untermalten. Offenbar war auch der Himmel traurig über das Ende der Fastnacht, denn ein heftiger Regenguss sorgte dafür, dass sich verkleidete Kinder und Eltern alsbald zerstreuten.

Bildergalerie: Hexenverbrennung in Gräfenhausen

In Schellbronn haben Wolftreiber und Tanzteufel vom Narrenbund Schellau eine Schellenhexe zum Scheiterhaufen getragen. Die Besucher des Kinderfaschings in der Schwarzwaldhalle hatten ihre Nasen an die Panoramascheibe gedrückt und das Schauspiel verfolgt. Weihnachtsbäume sorgten dafür, dass das Feuer meterhoch Funken aufsteigen ließ und die laut heulenden Hexen immer wieder dem Funkenregen ausweichen mussten.

Bildergalerie: Hexenverbrennung in Neuhausen

Waren es die strömenden Regentropfen oder auch so manche Träne zum Ende einer erlebnisreichen Kampagne, die den Singener Spaßvögeln auf dem Narrenplätzle vom Gesicht kullerten? Echten Einsatz für die fünfte Jahreszeit bewiesen sie zusammen mit Keltereckeseln, Töpfleshexen, Pfinztrollen, Bääärenklopfern, Gardemädels und zahlreichen Schaulustigen, indem sie dem Unwetter trotzten, sich den Weg zum bewirteten Festplatz bahnten und Luca Wilhelm Prayon die Bürgermeisterkette zurückgaben. Und dann ging der Baum mit den Masken der Gruppen in Flammen auf.

Bildergalerie: Schneemannverbrennung in Tiefenbronn

Nicht nur Hexen, auch Schneemännern ging es an den Kragen. Nach alter Tradition wurde am Fastnachtsdienstag in Tiefenbronn ein Schneemann als Symbol des Winters verbrannt. Nachdem man sich ab 16 Uhr zur Einstimmung in der Lammscheuer traf, startete um 18 Uhr der Fackelzug mit den Hästrägern der acht Zünfte hin zur Gemmingenhalle. Zahlreiche Besucher konnten auch in diesem Jahr wieder einen prachtvollen Schneemann bewundern. Lautes Hexengeheul und Narrentreiben begleiteten den Schneemann auf seinem letzten Weg. Mit zahlreichen Tränen in den Augen wurde er schließlich auf dem Hartplatz verbrannt.