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Maskentaufe © Jürgen Keller
06.01.2015

Faschingsverein "Dennacher Troll" feiert Maskentaufe

Getreu dem schwäbisch-allemannischem Brauch, haben die Mitglieder des Faschingsverein „Dennacher Troll“ nicht nur ihre Masken am 6. Januar entstaubt, sondern auch gleich zwei neue Hästräger getauft. Wie es sich für den Dennacher Troll gehört, ist er aus dem Wald, musikalisch schwungvoll von den „Büh Hoi Cravallos“ begleitet, in die höchstgelegene Narrenhochburg des Enzkreises eingezogen.

Bildergalerie: Maskentaufe des Faschingsvereins "Dennacher Troll"

Freudig begrüßt wurden die Trolle von einem farbenprächtigen Spalier von insgesamt 14 Hästräger-Gruppen aus Pforzheim und dem Enzkreis. Selbst einer Hexenzunft aus Eppingen war der Weg nach Dennach nicht zu weit. Der Troll mit seinem knitzen Gesicht, den Holzschuhen und waldfarbenem Kostüm, ist angelehnt an die gleichnamige Sage aus dem Buch "Sagen aus dem Schwarzwald".

Nach diesen Aufzeichnungen lebte der Troll einst in den Dennacher Wäldern beim Conweiler Stein. Waldbesucher konnten ihn herbeirufen, um sich die besten Beeren und Pilze zeigen zu lassen. Dies tat der Troll der Sage nach allerdings nur, um von der eigentlichen Aufgabe, der Bewachung des goldenen Pilzes der Waldelfen abzulenken. Den Dennacher Troll gehören über 30 Mitglieder an, darunter sind 17 Hästräger sowie zahlreiche Kinder im Alter von drei bis dreizehn Jahren. Obertroll Jürgen Männicke zeigte sich erfreut, dass neben den Hästrägern auch zahlreiche Neuenbürger und Dennacher sich zur Taufe der beiden „Jungtrolle“ vor der Schulhaus einfanden. „Wir waren nicht ganz weg, wir waren über das Jahr in unserem Waldversteck“.

„Die fünfte Jahreszeit hat nun begonnen, darum sind wir schnell zu euch heraus gekommen“, gab der Obertroll zum Besten. Ganz so einfach hatten es die „Jungtrolle“ allerdings nicht. Um als Troll aufgenommen zu werden, mussten Philipp Härter und Aaron Kaufmann aus dem mitgeführten Bollerwagen zunächst einmal das gesamte Troll-Kostüm zusammen suchen und teilweise entknoten. Zur Freude der „Taufpaten“ mussten die Täuflinge auf wackligem Untergrund, denn wenn der Troll durch den Wald wandert, sind auch nicht alle Wege geteert, zum Anziehen des Kostüms die Hosen runter lassen. Um letztendlich die von Herbert Wacker aus Conweiler handgeschnitzte Larve aufsetzen zu können, mussten die Jungtrolle dieses sich jedoch erst durch handwerkliches Geschick, mit dem Annähen der Laufnummer 18 und 19 auf den linken Hemdsärmel, verdienen. Mit dem „Taufwässerle“ und dem Tauf-Gedicht, das die Jungtrolle aufsagen mussten, wurde die Taufe besiegelt. So wurde unter anderem zu Gehör gebracht: „Aus tiefen Wald kommt der Troll, das ist toll. Der goldene Pilz der wird bewacht - und das hat Spaß gemacht“.

Ausgerüstet mit Hemd, Hose, Stulpen, Gürtel und der Larve, wurden die neuen Hästräger mit dem dreifachen Schlachtruf „Finger weg vom Pilz“ zum Troll ernannt. Zum Ausklang erwärmten neben den Sonnenstrahlen auch die Guggenmusiker der „Bääreklopfa“ aus Dietenhausen die Besucher.