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Haben das Ende eines langen, anstrengenden Wegs vor Augen: Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Neulingen und Vereinsmitglied Heinz Reißle, der erste Vorsitzende Paul Negele, Schauspiel-Neuzugang Sabine Gropp und Vereinsvorstand der Chorgemeinschaft Neulingen, Hermann Rößger (von links).  Foto: Moritz 

Fast ein Jahrzehnt voll Bangen und Bauen endet bald: Die Erfolgsgeschichte des Theatervereins „Die Backkörb“

Neulingen-Nussbaum. Beinahe zehn Jahre ist es her, dass der Theaterverein „Die Backkörb“ auf der Suche nach einer eigenen Spielstätte fündig wurde. 2020 soll sie nun endlich auch für Besucher regelmäßig geöffnet werden. Da die Neuapostolische Kirche zuvor von Nussbaum nach Göbrichen gezogen war, erkannte der Verein im Jahr 2010 die günstige Gelegenheit und griff zu. War seinerzeit noch nicht klar, wie man den Kauf des Gebäudes in der Bleichstraße überhaupt finanziell stemmen könnte, gelingt es Paul Negele, dem ersten Vorsitzenden der „Backkörb“, heute ohne Verdruss zurückzublicken.

Und der Blick zurück, reicht über immerhin zehn Jahre. So lange dauerte es, bis der Verein die ehemaligen Kirchenräume nun auch für Theatergäste öffnen kann und darf. Zwischenzeitlich nutzte der Verein das Gebäude unter anderem für Proben und Mitgliederversammlungen. Dank Unterstützung von Gemeinde und Land ist das Gebäude mittlerweile abbezahlt. Doch sei es neben der Finanzspritze vor allem das Engagement der Vereinsmitglieder gewesen, das den Kauf ermöglicht habe, wie Negele berichtet. Alle hätten von Anfang an mit angepackt. Das gelte auch für die Chorgemeinschaft Nussbaum, mit der man bis heute eng verbunden sei. Das Ende der Sanierungsarbeiten steht kurz bevor, bis Dezember muss man fertig werden in Nussbaum. Sonst gehen die weiteren Zuschüsse der Gemeinde und des Landes für die Umbauarbeiten verloren. Paul Negele sorgt sich darum nicht: „Wir schaffen das!“ Kleinere Arbeiten wie Isolierungen stünden noch an.

Ohne die tatkräftige Mithilfe aller Vereinsmitglieder hätte es knapp werden können: „Sonst hätte das Geld nicht ausgereicht“, so Negele. Die ursprünglich für Umbau und Sanierung prognostizierten Kosten sprengten den Rahmen. So habe es für die Umwidmung diverse Auflagen des Landratsamtes gegeben, Notausgänge und Parkplätze etwa. 70 000 Euro waren vom Architekten und „Backkörb“-Mitspieler Hajo Becker, für die Umbaumaßnahmen geschätzt worden. Dabei blieb es jedoch nicht, die Schätzung musste nach und nach auf fast 170 000 Euro korrigiert werden. So musste man 2014 einen Baustopp veranlassen, Negele begab sich auf die Suche nach neuen Geldquellen. „Die Banken sagten, mehr als 80 000 Euro können wir euch nicht zusagen.“

Zuversicht und Optimismus

Nach Spendenaufruf und Sparkurs gelang es, die Kosten auf die von der Bank zugesagten 80 000 Euro zu reduzieren. Jetzt schauen die „Backkörb“ nach vorne, mit Zuversicht und Optimismus. Auch ein neues Stück steht bald auf dem Programm. „Goldrausch in Nussbaum“ hat Negele das Stück getauft, das zwar aus seiner Feder stammt, aber „die Theatergruppe beteiligt sich und verändert, so dass es immer Stücke der ganzen Gruppe sind“, so der erste Vorsitzende. Ab Anfang März des kommenden Jahres wird das Stück zu sehen sein, möglicherweise dann in den neuen Räumen, oder eben in der Weiherhalle, die die „ „Backkörb“ häufig bespielen.