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28.06.2013

Fast sieben Millionen Euro Flutschäden in der Region

Die Regenfluten Anfang Juni haben in der Region einen riesigen Schaden angerichtet: insgesamt fast sieben Millionen Euro, so die ersten Berechnungen des Landes.

Innenminister Reinhold Gall (SPD) schätzt die Höhe der Schäden in Pforzheim und im Enzkreis auf insgesamt 6,5 Millionen Euro. Besonders stark betroffen von den Überflutungen, die das Tiefdruckgebiet „Frederik“ vor vier Wochen ausgelöst hatte, ist nach ersten Erhebungen des Landes der Enzkreis mit Schäden von insgesamt 6,2 Millionen Euro. Für Pforzheim geht Minister Gall bei seiner Kostenberechnung von rund 320 000 Euro aus. Im Enzkreis kommen noch beträchtliche Reparaturkosten an den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen dazu. Heinrich Elwert rechnet damit, dass über 300 000 Euro nötig sind, um schadhafte Stellen wieder auszubessern. Innenminister Gall übermittelte Hans-Ulrich Rülke eine detaillierte Aufstellung der Schäden, nachdem der Landtagsabgeordnete für den Enzkreis und FDP-Fraktionschef eine parlamentarische Anfrage ans Land gerichtet hatte.

In der Stadt Pforzheim wurden 160 Stellen mit Schäden registriert, darunter 94 Wohngebäude, sechs Betriebe, drei Beherbergungseinrichtungen, drei Schulen, 33 Verkehrseinrichtungen, zwei Hangrutsche und 19 sonstige Schadensstellen. Von der Gesamtschadenssumme in Höhe von 320.000 Euro entfallen in Pforzheim 200.000 Euro auf die Land- und Forstwirtschaft sowie 120.000 Euro auf Bundes- und Landesstraßen. Die Privatschäden sind im Stadtkreis Pforzheim zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch gar nicht erfasst. Insofern dürfte die eigentliche Gesamtschadenssumme weitaus höher liegen. Auffallend war bei diesem Hochwasser in Pforzheim nach Angaben der Unteren Wasserbehörde, dass ungewohnt hohe Abflüsse an kleineren Bächen festzustellen gewesen seien. Nach Verbesserungsmöglichkeiten werde derzeit gesucht.

Im Enzkreis waren nach Angaben des Innenministers mindestens 18 Kommunen von Hochwasserschäden betroffen. In vielen Städten und Gemeinden sind umfassende Schadensermittlungen aber gar nicht möglich, weil die Schäden von Privatpersonen dort nicht erhoben wurden. Gesamtschadenssummen von mehr als einer Million Euro waren in den Gemeinden Mönsheim (1,75 Mio. Euro), Ötisheim (1,2 Mio. Euro) und Remchingen (1,3 Mio. Euro) zu verzeichnen.

In Mönsheim entfielen rund 1 Million Euro der Schadenssumme auf Privatpersonen. 750.000 Euro Schaden waren bei Betrieben und im Gewerbe zu verzeichnen. Im Bereich des Grenzbachs, in dem viele Anwesen betroffen waren, werden derzeit Analysen der Schwachstellen durchgeführt. In Ötisheim war der Erlenbach über die Ufer getreten. Aufgrund einer lokalen, bisher nicht bekannten Schwachstelle stand der alte Ortskern bis zu 1,2 Meter unter Wasser. Überprüfungen laufen.

In Remchingen entfielen 500.000 Euro der Gesamtschadenssumme auf Privatpersonen, nochmals 500.000 Euro auf kommunale Einrichtungen, 200.000 Euro auf Unternehmen und 100.000 Euro auf die Landwirtschaft. Das 1998 erbaute Hochwasserrückhaltebecken "Nöttingen" an der Pfinz mit einem Volumen von etwa 160.000 Kubikmetern war vollständig eingestaut. Für den Oberlauf der Pfinz wird derzeit eine Flussgebietsuntersuchung durchgeführt.

Besonders hart traf es ein Gärtnereigrundstück in Wimsheim, das ausgehend von einem im Zuge des A8-Ausbaus neu angelegten Rückhaltebecken zum zweiten Mal innerhalb von 10 Monaten überflutet wurde. Die Untere Wasserbehörde hat im Oktober 2012 mit dem Regierungspräsidium Verbesserungsmaßnahmen erörtert, die nun weiterzuentwickeln seien, teilte Gall dem FDP-Abgeordneten mit.