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Schwungvolle Klänge vor vollem Haus: Der Musikverein Ellmendingen sorgt für den stimmungsvollen Auftakt in die Jubiläumsfeierlichkeiten aus Anlass von 1100 Jahren Ellmendingen. Über 400 Kelterner feiern gestern Abend in der Ellmendinger Mehrzweckhalle beim großen Festakt. Foto: Meyer
Prominente Gratulanten: Festredner Jeff Klotz, Landrat Bastian Rosenau, die Bundestagsabgeordnete Katja Mast (SPD), der Landtagsabgeordnete Erik Schweickert (FDP) mit Bürgermeister Steffen Bochinger (von links) beim Festakt. Foto: Meyer
Anstoßen mit dem Jubiläumswein vom Ellmendinger Weingut Schmid: Weinkönigin Nadine I. mit den Kelterner Altbürgermeistern Wolfgang Gehring (links) und Ulrich Pfeifer. Die Weinhoheit heißt mit bürgerlichem Namen Nadine Schmid. Foto: Meyer
13.04.2019

Festakt 1100 Jahre Ellmendingen: Möge es rote Rosen regnen

Keltern-Ellmendingen. Feiern? Ja, das können die Ellmendinger. Und zwar richtig! Von den über 400 Gästen mussten am Freitagabend zwar einige stehen, doch der guten Laune tat das keinen Abbruch. Bestens eingestimmt vom Musikverein Ellmendingen und immer wieder mit Herzblut umrahmt vom Regenbogenchor des Liederkranzes Ellmendingen ging es ordentlich zur Sache - beim Festakt 1100 Jahre Ellmendingen platzt die Halle aus allen Nähten.

Bildergalerie: Festakt 1100 Jahre Ellmendingen

Gerade eben hatte die frühere Einwohnerin und Bundestagsabgeordnete Katja Mast (SPD) den Ellmendingern noch gewünscht, es möge rote Rosen regnen, da spurtete auch schon der Landrat auf die Bühne: Immerhin komme nun statt Rosen ein echter Rosenau, meinte Bastian Rosenau schmunzelnd und überreichte Kelterns Bürgermeister Steffen Bochinger eine Urkunde mit der großen Zeitenwende-Medaille des Enzkreises. In diesem Ort laufe wirklich alles rund, wie der Kreischef befand. Der Schultes selbst, der zum festlichen Anlass die alte Ellmendinger Amtskette mitgebracht hatte, sprach in höchsten Tönen von den Ellmendingern. Und weil das noch nicht genug war, malte er sich aus, was alles aus dem schmucken Dorf noch hätte werden können, wenn damals ein Sohn der Gemeinde, Johannes Kepler, nicht weggezogen wäre: „Wir hätten vielleicht heute eine Sternwarte auf der Keul und könnten bei einem guten Tropfen Keulebuckel die Sterne beobachten.“ Womöglich, so der Rathauschef, gäbe es „dort auch einen Kepler-Turm oder aber einen Wein namens Astronom?“

Zuvor schon hatte der in der Region beliebte Historiker Jeff Klotz aus dem benachbarten Remchingen, das „wandelnde Lexikon“, wie ihn der Landrat charakterisierte, flott die 1100 Jahre Ellmendingens seit der Ersterwähnung 919 in einer Zeitreise durchschritten. Mehr noch: Er ging auf die Ursprünge bis in die Bronzezeit zurück. In dem atemberaubenden Vortrag, der an Rasanz nicht zu überbieten war, wurden auch die Schattenseiten beleuchtet. Denn bei aller Weinseligkeit dürfe nicht vergessen werden, wie Kriege, Hungersnöte und Krankheiten den Menschen frühere Jahrhunderte zugesetzt hätten.

Nach diesem Vortrag „in Glasfasergeschwindigkeit“, wie es Bochinger bezeichnete, ergriff Altbürgermeister Wolfgang Gehring das Wort. Der berichtete aus seiner Zeit als Ellmendinger Schultes. Die vielen Anekdoten aus seiner Amtszeit sorgten für zustimmende Lacher im Publikum. Kein Wunder, denn auch wenn man damals mit viel weniger Personal auskommen musste und die technische Ausstattung mit der heutigen nicht verglichen werden kann, ließ Gehring keinen Zweifel daran, dass die Verwaltung bürgernah und die Polizei hilfsbereit war. Vor allen Dingen aber, und das schimmerte immer wieder durch, gab es auch viele Viertele-Momente im Leben der Bürgerschaft. Gehring bekam für seinen Vortrag starken Applaus. Und die Ellmendinger sparten damit auch bei den anderen Rednern nicht. Weinkönigin Nadine I. vom Ellmendinger Weingut Schmid stieß mit dem Schultes auf ein tolles Festjahr an. Vom Weingut gab es mit Jubiläumsetiketten einen Schwarzriesling und einen Keulsecco. Leckerbissen kredenzt wurden von Johannes Becker aus Ellmendingen.

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