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Klar zum Löschen: Die Feuerwehr Schömberg übte auf dem BFW-Gelände den Ernstfall. Ein alter Schafstall wurde dafür geopfert. Dast-Kunadt
Klar zum Löschen: Die Feuerwehr Schömberg übte auf dem BFW-Gelände den Ernstfall. Ein alter Schafstall wurde dafür geopfert. Dast-Kunadt
13.11.2017

Feuerwehrübung unter heißen Bedingungen

Meter hoch und von Windböen gepeitscht schlugen Flammen am Samstagnachmittag in den regenverhangenen Himmel über Schömberg. Der ehemalige Schafstall auf dem Gelände des Berufsförderungswerks (BFW) brannte lichterloh. Zur Übung für die Feuerwehr. Deren Szenario sah vor, dass infolge von Schweißarbeiten ein Schwelbrand in der Tiefgarage des BFW-Gebäudes K entstanden sei. Den Kampf dagegen übte die Freiwillige Feuerwehr Schömberg mit allen Abteilungen. Das brachte rund 120 Feuerwehrleute inklusive der Jugendfeuerwehr trotz des nasskalten Novemberwetters ins Schwitzen.

„Das war eine super Übung, die viele Erkenntnisse gebracht hat“, resümierte Gesamtkommandant Rainer Zillinger nach rund 60 Minuten Einsatz im Rahmen der Manöverkritik. Immerhin seien bei einem realen Einsatz unter Vollbelegung des BFW beinahe mehr Menschen in Gefahr, als in manchem Schömberger Teilort. „Es handelt sich also um ein wichtiges Gebäude und es ist gut, dass wir die Möglichkeit haben, hier zu üben“, bedankte er sich bei BFW-Geschäftsführer Klaus Krebs. Während der Übung hat sich unter anderem herausgestellt, dass das große BFW-Gelände künftig in mehrere Einsatzabschnitte eingeteilt werden muss, um einen reibungslosen Funkverkehr gewährleisten zu können. Außerdem sollte es Zillinger zufolge auf den Grünflächen des Innenhofs eine deutlichere Abgrenzung jener Flächen geben, die mit Betonplatten und Rasengitter unterlegt sind, damit im Ernstfall Einsatzfahrzeuge fahren können und nicht im morastigen Wiesengrund einsinken: „Hier war es nicht ganz einfach zu erkennen, wo gefahren werden kann und wo die reine Wiese beginnt.“

Ein besonderes Augenmerk der Übung hatte auf der Wasserversorgung gelegen, da diese in Schömberg in eine Hochzone und eine Tiefzone unterteilt ist. „Unser Ziel war es, die Wasservorräte auszunutzen und so herauszufinden, was geht“, fasste Zillinger zusammen. Dabei hat ein eingerosteter Unterflurhydrant im Bereich der Tiefzone Calmbacherstraße der Abteilung Langenbrand Probleme bereitet. Alles in allem zeigte sich Zillinger jedoch zufrieden mit der Versorgung. „Nur der Schafstall, der steht jetzt leider nicht mehr“, scherzte er.

Im Übungsszenario sorgte der Schwelbrand für massiven Rauch, der über die Lüftungsanlage in die BFW-Gebäudeteile K und J gelangt wäre. Immer wieder trugen Feuerwehrleute Menschen aus der stark verrauchten Tiefgarage und dem Gebäude. Für weitere Brisanz sorgte die Annahme eines Gefahrgutlagers mit Treibstofftank und Gasflaschen in der Tiefgarage.

Insgesamt kamen bei der Hauptübung der Gesamtwehr Schömberg 2300 Meter Feuerwehrschlauch, 13 Einsatzfahrzeuge, 16 Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten, rund 20 Teilnehmer der Jugendfeuerwehr Schömberg, vier Sanitäter und ein leitender Notarzt zum Einsatz. Vom Alarm bis zum Eintreffen der Einsatzleitung beim BFW hat es fünfeinhalb Minuten gedauert.