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Fasching, Narren, Hexen, Guggenmusik

Die Schmellenhopfer, die erste Tiefenbronner Zunftgruppe, nehmen Abschied vom Schneemann, vom Winter – und der Faschingssaison. Foto: Lachenmaier
Zahlreiche Besucher verfolgen die Schellbronner Hexenverbrennung mit den Schellehexen und dem Gevatter Tod. Foto: Tilo Keller
Letztmals trägt die Gruppe D´Jonge Hexe bei der traditionellen Verbrennung in Neuhausen in dieser Saison ihre Masken. Foto: Tilo Keller
Geleit auf dem letzten Weg: Die Schömberger Narren tragen die Hexe in Langenbrand zum Scheiterhaufen. Foto: Dast-Kunadt
Gleich geht’s den Masken an den Kragen: Die Remchinger Faschingsfreunde nehmen Abschied von der diesjährigen Kampagne. Foto: Zachmann
Mitglieder des Elferrats assistieren Prinzessin Anna Lena I. (Mitte) und Kapo Harald Pfisterer (rechts daneben) beim Entzünden der Hexe in Gräfenhausen. Foto: Keller
Vor viel feierndem Publikum geht die große Oberhexe auf dem Ersinger Dorfplatz in Flammen auf. Foto: Martin Schott
Da lodern die Flammen: Die Schildwachhexen betrauern die Verbrennung ihrer Oberhexe in Bilfingen. Foto: Roller
13.02.2018

Feurig: Fünfte Jahreszeit in der Region zu Ende

Enzkreis/kreis Calw. Die Narren in der Region haben am Dienstag Hexen und Schneemänner brennen lassen. Es war der heiße Abschluss einer kurzen, aber turbulenten Saison.

Die Hexe hatte am Ende der Kinderfaschingsveranstaltung vom Narrenbund Schellau in Schellbronn keine Chance. Wolftreiber und Tanzteufel betraten zu schauriger Musik den Saal in der Schwarzwaldhalle und suchten sich eine aus der Gruppe der Schellehexen aus. Aller Widerstand war zwecklos, denn auch Gevatter Tod war mit von der Partie. Unter großem Gejammer wurde die Hexe zum Scheiterhaufen vor der Halle getragen. Wenig später stand sie schon in Flammen und ging bald in Funken und Rauch auf. Der Tod umrundete das Feuer und die Hexen heulten bitterlich.

Bildergalerie: Hexenverbrennung in Schellbronn

Nach alter Tradition wurde in Tiefenbronn der Schneemann als Symbol des Winters verbrannt. Nach der Einstimmung in der Lammscheuer, startete um 18 Uhr der Fackelzug mit den Hästrägern der neun Zünfte zur Gemmingenhalle. Zahlreiche Besucher bewunderten den prachtvollen Schneemann. Lautes Hexengeheul und Narrentreiben begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. Mit Tränen in den Augen wurde er schließlich auf dem Hartplatz verbrannt. Im Anschluss wurde die Gemmingenhalle zum großen Kehrausball im Sturm erobert. Mit der Entthronisierung von Prinz Thomas I. wurde die Fasnet letztlich beerdigt.

Bildergalerie: Schneemannverbrennung in Tiefenbronn als Ende der Fasnet

Nach dem Kinderfasching des Fastnachtsvereins Hau-Hu in Neuhausen sind einige Gäste an den Waldrand bei der Monbachhalle gekommen, um der Maskengruppe D´Jonge Hexe bei der traditionellen Hexenverbrennung beizustehen. Zunächst hieß es letztmals in der Saison „Masken auf“. Zu schauriger Musik umwaberten schwarzer und orangefarbener Rauch den Scheiterhaufen. Die am Kreuz aufgehängte Hexe stand schnell in Flammen. Die Papierfüllung sorgte dafür, dass die Puppe bald verschwunden war. Die Hexengruppe stand betreten daneben und nahm nach und nach die Masken wieder ab.

Bildergalerie: Närrisch: Hexenverbrennung in Neuhausen

Mit brennenden Fackeln in der Hand zogen in Bilfingen unzählige Schildwachhexen zum Platz vor der Kämpfelbachhalle. Dort loderten wenige Minuten später unter den Augen zahlreicher Schaulustiger die Flammen meterhoch in den schwarzen Nachthimmel hinein, als die große Oberhexe aus Stroh in Brand gesetzt wurde. Nach wenigen Minuten war das Spektakel schon wieder vorbei. Mit einem großen Feuerwerk und dem traditionellen Kehrausball ging die diesjährige Kampagne des Narrenbunds „Kakadu“ fröhlich zu Ende. Am Mittag zogen die Bilfinger Narren zuvor zum zweiten Mal durch die Straßen. Weitgehend positive Bilanz zog die Polizei am Abend: 15 000 Menschen säumten die Strecke, es wurden 40 Platzverweise ausgesprochen.

Die Narretei ist vorbei: Mit einem Lichtermeer aus Fackeln zogen die Remchinger Faschingsfreunde ein letztes Mal durch die Straßen von Singen, bevor sie auf dem Narrenplätzle an der Marktstraße umringt von zahlreichen Schaulustigen mit einem lodernden Feuer den Maskenbaum entzündeten – samt spektakulärem Überraschungsfeuerwerk. An ihm baumelten Andenken der Spaßvögel, Töpfleshexen, Bäredaifel, Keltereckesel, des CGS-Komitees und der Garde. Zuvor heizten die Guggenmusiker „Bäääreklopfa“ und tanzende Hexen die Stimmung kräftig an. Zufrieden blickten Präsidentin Sarah Sebastian und Prinzessin Ines I. Schönthaler auf eine erfolgreiche, wenn auch kurze Kampagne zurück.

Bildergalerie: Maskenfeuer: Singener nehmen Abschied vom Fasching

Monoton hallte am Dienstagabend der Schlag einer Trommel durch die kalte Winternacht im Langenbrander Wald. In einem Trauermarsch trugen rund 30 Schömberger Narren mit Fackeln in den Händen ihre Hexe zum Scheiterhaufen und verabschiedeten auf diese Weise symbolisch die Faschings- und damit die Winterzeit. Befreundete Narrenzünfte aus Neubulach, Ötisheim, die Böselsberger Gestalten sowie Einheimische standen ihnen zur Seite. Acht Umzüge sind die Schömberger Hexen seit Beginn der Faschingszeit mitgelaufen, den letzten Marsch haben sie noch gestern Mittag im Rahmen des Jubiläumsumzugs durch Dillweißenstein absolviert, bevor es dann abends für sie hieß: „Die Hexe muss brennen!“

Beim nachmittäglichen Treiben konnten sich am Dienstag die Irschinger Narren und Hexen mit ihrer „Großen Hexe“ ein letztes Mal in dieser Kampagne tüchtig austoben. Trotz aller Gegenwehr und Hilfe ihrer willigen „Kadetten“ konnte sie gefangen und auf den Ersinger Dorfplatz eskortiert werden. Als in der abendlichen Dämmerung das Glöckchen vom Rathaustürmchen läutete, war es schon geschehen. Die „Irgeschinger Hohe Narrengerichtsbarkeit“ hatte in geheimer Verhandlung das Urteil gefällt: Tod durch Verbrennen, wegen fortgesetzten teuflischen Treibens wider die Menschlichkeit.

Bildergalerie: Närrisches Treiben: Hexenverbrennung in Ersingen

Mit einem letzten dreifachen „Klemmrio Hellau“ haben die Klemmer in Gräfenhausen die fünfte Jahreszeit verabschiedet, als die Hexe begleitet von einem kleinen Feuerwerk in Flammen aufging. Entfacht haben es Klemmer-Prinzessin Anna Lena I. und Klemmer-Kapo Harald „Olli“ Pfisterer in Begleitung einer kleinen Abordnung des Elferrats. Obwohl Wehmut angesagt war, überwog doch ein wenig mehr die Freude – denn zum Kehraus bescherte der Kinderfasching dem „Klemmer-Spiele-Team“ eine gut besuchte Sixt-Narhalla. „Es war eine kurze aber schöne Kampagne bekräftigte Klemmer-Präsident Pfisterer.