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Stein des Anstoßes: Nachdem es im Sommer 2016 nach starkem Regen zu Überschwemmungen in der Steiner Ortsmitte gekommen war, nahm das Thema Hochwasserschutz an Fahrt auf. Viele der konzipierten Maßnahmen werden nun vorerst nicht umgesetzt.  Foto: Roller 

Finanzen sind knapp: Königsbach-Stein reduziert Maßnahmen gegen Hochwasser

Königsbach-Stein. Am Ende bleibt nicht viel übrig von den zahlreichen Hochwasserschutzmaßnahmen, die für Königsbach-Stein in den vergangenen Jahren diskutiert wurden. Die finanzielle Situation der Gemeinde lässt es nicht zu. In den kommenden Jahren stehen für den Hochwasserschutz jährlich nur noch 500.000 Euro zur Verfügung – eine Summe, mit der sich längst nicht alles umsetzen lässt, was in den beiden Flussgebietsuntersuchungen vorgeschlagen wird.

Alle dort als möglich eingestuften Maßnahmen würden die Gemeinde zusammen rund 14 Millionen Euro kosten. Ursprünglich war angedacht, das Ganze mit einem abgestimmten Förderprogramm binnen maximal zehn Jahren sukzessive in die Tat umzusetzen. Aber das scheitert nun an der Haushaltslage. „Da haben wir wenig Spielraum“, sagte die stellvertretende Bauamtsleiterin Daniela Stadie. 500.000 Euro seien sicher nicht das Optimum, aber man werde damit das Möglichste machen. Konkret heißt das: Man will sich auf die Sanierung der acht bereits vorhandenen Rückhaltebecken beschränken. Nötig ist diese laut Stadie nicht nur wegen der Verkehrssicherungspflicht, sondern auch, weil das Landratsamt darauf besteht. Die Königsbacher Becken seien rund 20 Jahre, die Steiner 40 Jahre alt.

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Die Gemeindeverwaltung rechnet damit, dass die Sanierung zwischen sieben und acht Jahren dauern und etwa 2,8 Millionen Euro kosten wird. Eine Förderung steht laut Bürgermeister Heiko Genthner in Aussicht. Angesichts der angespannten finanziellen Situation hielt Julia Reinhard (Grüne) die Beschränkung zwar für sinnvoll, aber sie sagte auch:

„Das, über was wir heute abstimmen, ist nicht im Ansatz ein Hochwasserschutzkonzept.“

In der Vergangenheit seien hohe Erwartungen geweckt worden, Versprechungen hätten auf deutlich mehr hoffen lassen. Wolfgang Ruthardt (SPD) sagte: „Selbst, wenn die Pandemie nicht da gewesen wäre, hätten wir uns das nicht leisten können.“ Rolf Engelmann (Grüne) meinte: „Man hätte die Öffentlichkeit darauf vorbereiten müssen.“ Auch Lutz Ehrismann kritisierte: „Mich wundert, dass man seit 2016 Hochwasser ganz oben auf der Tagesordnung hat und jetzt muss man feststellen, dass man sich auf eine Sanierung der Becken beschränkt.“

Genthner erklärte: Der Gemeinderat sei jederzeit über das Projekt informiert gewesen. Wenn die Sanierung der Becken erledigt sei, könne man immer noch über weitere Maßnahmen beraten. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“Mehr lesen Sie am Donnerstag, 26. November,. in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.